18.-19. Jh.

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Die Geschichte Thailands - 18. und 19. Jahrhundert

1767



 


 

1770

1782




 







 

1785






 

1809




 

1851



 

1855
 

1862

1868





 

1888-1907

1896

Der burmesische König Mongra zieht sich mit seiner Hauptarmee nach Burma zurück und belässt auf siamesischem Territorium nur eine kleine Besatzungstruppe. In der Zwischenzeit hält sich Chao Phaya Taksin mit seiner 500-Mann Armee im östlichen Siam versteckt, da dort die burmesische Macht am schwächsten ist. Taksin verbündet sich zunächst mit dem Gouverneur der östlichsten siamesischen Provinz Chanthaburi, doch es bricht zwischen den beiden Männern Führungsneid aus. Dies führt zu einem kurzen Konflikt, in dem Taksin obsiegt, ein Umstand, der ihn de facto zum Herrscher über das östliche Siam macht.

Im Dezember 1767 verlegt Taksin die Hauptstadt des siamesischen Reiches nach Thonburi, wo er sich 1768 als neuer König krönen lässt.

Taksin gründet einen Staat in Thonburi und erobert die von den Burmesen annektierten Gebiete zurück.

Am 6. April 1782 wird General Chao Phraya Chakri als König Rama I gekrönt. Es ist dies der Anfang der Chakri-Dynastie, die bis heute den thailändischen Thron besetzt. Die ersten Entscheidungen des neuen Königs betreffen seine Hauptstadt. In verkürzter Form wird oft behauptet, Rama I hätte Bangkok als seine Hauptstadt gegründet, während zuvor Thonburi die Hauptstadt gewesen sei. Die Geschichte wird in dieser kurzen Form allerdings nicht korrekt wiedergegeben. Zum einen wurde Bangkok eigentlich nicht von Rama I gegründet. Die Stadt bestand schon seit Jahrhunderten, und sie war ein wichtiger Stützpunkt Siams im Handel mit Europa. Des weiteren ist die scharfe Trennung zwischen Bangkok und Thonburi geschichtlich nicht richtig.

Während die europäischen Händler beim Namen Bangkok (Ban Ngkok = Olivendorf) blieben, einem Namen, den die Siedlung schon als kleines Dorf trug, war für die Thais die Stadt rechts und links des Chao-Phaya-Flusses Thonburi. Den Namen Thonburi erhielt die Siedlung beiderseits des Chao Phraya, als sie vom Dorf zur Stadt aufgewertet wurde. König Taksin hatte sich Thonburi als Hauptstadt ausgesucht. Und während es zutreffend ist, dass König Taksin seinen Palast und alle wichtigen neuen Gebäude auf dem rechten Ufer des Chao-Phaya-Flusses errichtete, umfasste die Stadt Thonburi doch beide Ufer des Flusses. König Taksins strategische Idee war es, den Fluss mitten durch die Hauptstadt fliessen zu lassen, da er einen neuerlichen burmesischen Angriff fürchtete und der Fluss als schneller Fluchtweg aus der Stadt dienen sollte.

Im Jahre 1785 werden der neue grosse Königspalast und der Tempel des Smaragd-Buddha fertiggestellt. Die neue Hauptstadt wird offiziell eingeweiht und auf den folgenden neuen Namen getauft: "Khrung Thep Maha Nakhon Amorn Rattanakosindra Mahindrayutthaya Mahadilokpop Noparattana Radchhani Burirom Udom Rachnivet Mahastan Amorn Pimarn Avatarn Satit Sakatuttiya Vishnukarm Prasit." Auf deutsch: "Stadt der Engel, Grosse Stadt und Wohnsitz des Smaragd-Buddha, Uneinnehmbare Stadt des Gottes Indra, Grosse Hauptstadt der Welt, Geschmückt mit neun wertvollen Edelsteinen, Reich an gewaltigen königlichen Palästen, die dem himmlischen Heim des wiedergeborenen Gottes gleichen, Stadt, die von Indra geschenkt und von Vishnukarm erbaut wurde". Der Einfachheit halber wird der Name umgangssprachlich abgekürzt. Und westliche Besucher sind bis heute bei dem Namen geblieben, den die Siedlung trug, als sie noch ein kleines Dorf war: Bangkok.

Am 7. Dezember 1809 stirbt König Rama I im Alter von 72 Jahren, und einer seiner Söhne (er hatte 17, plus 25 Töchter) wird unter dem Namen Rama II neuer König. Es ist an dieser Stelle anzumerken, dass die siamesischen Thronfolge-Regelungen mit den europäischen nicht identisch waren. Grundsätzlich hatte ein König freie Hand, seinen Nachfolger selbst zu bestimmen. Die Wahl fiel entweder auf einen Bruder oder einen Sohn. Der Thronfolger wurde oft früh bestimmt, und er erhielt den Titel Maha Uparat, was soviel wie Prinz des vorderen Palastes bedeutete. Tatsächlich bewohnte der designierte Thronfolger oft einen Palast, der dem des regierenden Königs vorgelagert war.

Nach dem Tod seines Halbbruders König Rama III besteigt Prinz Mongkut am 2. April 1851 als König Rama IV den siamesischen Thron. Ihm wird der zusätzliche Name Phra Chomklao verliehen. Nachdem er 1824 bei der Thronfolge übergangen worden war, hatte Mongkut sich in ein buddhistisches Kloster zurückgezogen, wo er für 27 Jahre ein hochdiszipliniertes Leben geführt hatte. Er hatte in dieser Zeit einen neuen buddhistischen Mönchsorden mit dem Namen Thammayut gegründet, der bis heute besteht und dessen Regeln sehr viel strenger sind als die Regeln des vorherrschenden Mahanikai-Mönchsordens.

Eine britische Gesandtschaft unter Sir John Bowring schließt einen Handels- und Konsularvertrag mit dem thailändischen König. Weitere Verträge mit europäischen Mächten folgen später.

Die erste große Straße Bangkoks, die New Road (Charoen Krung), wird gebaut.

Nach dem Tod von König Rama IV, besteigt dessen ältester Sohn Chulalongkorn (einer von 39 Söhnen und 43 Töchtern aus 39 gleichzeitigen Ehen) den siamesischen Thron. Chulalongkorn war durch seine Ausbildung auf das Königsamt gut vorbereitet worden. So hatte er zum Beispiel bei der englischen Witwe Anna Leonowens Englisch gelernt. Anna Leonowens schrieb über ihre Erfahrungen am siamesischen Hof zwei Bücher: An English Governess at the Siamese Court und Romance of a Harem. Auf Anna Leonowens Büchern basiert der Film The King and I (der in Thailand übrigens verboten wurde).
Wie sein Vater, so entwickelt sich Chulalongkorn nicht nur zum geschickten Politiker, sondern zu einem für seine Zeit ausge- sprochen modernen Monarchen. Zu seinen Regierungsmassnahmen gehört zum Beispiel die Abschaffung der Sklaverei (1867)

Aufgabe der Vorherrschaft über Kambodscha und Laos unter französischem Druck.

Frankreich und Grossbritannien unterzeichnen einen Vertrag, in dem sie sich darauf verständigen, trotz der beidseitigen Expansion in Südostasien einen unabhängigen Staat Siam bestehen zu lassen. Um Siams Position als unabhängiger Staat zu stärken, unternimmt Chulalongkorn 1897 und 1907 zwei ausgedehnte Reisen durch mehrere europäische Länder und trifft dort mit Königen und Kaisern zusammen.