LanNa

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Die Geschichte Thailands - das Reich von Lan Na

13. Jahrhundert

26.01.1263

1312/1313

Die Entstehung des Reiches Lan Na

Das Königreich Lan Na im Norden Thailands wurde Mitte des 13. Jh von König Mangrai (oder auch Mengrei) in Chiang Saen am oberen Mekong gegründet. Vieles, was wir heute über Lan Na (und den Buddhismus) wissen, stammt aus der Jinakalamali-Chronik

Mangrai war der Sohn eines Thai-Fürsten aus der Gegend von Chiang Saen, der nach der Chronik verschiedene kleine Fürstentümer eroberte. Das von seinem Vater ererbte Königreich konnte er so um 1259 erweiteren. Zunächst dehnte er seinen Herrschaftsbereich nach Norden aus bis in die Gegend von Chiang Tung, wo er die aufständischen Lawa bezwang.

Er zog anschließend weiter nach Süden und gründete an einem Freitag, 26. Januar 1263, seine neue Residenzstadt Chiang Rai. Der Name bedeutet wörtlich (König) Mangrais Stadt. Um das Jahr 1268 ließ sich Mangrai am Oberlauf des Kok nieder. Er befestigte die Stadt Fang und leitete von hier aus die Eroberung von Haripunchai ein. Das war auch der Beginn des neuen Staates Lan Na. Hauptstadt wurde das 1292, andere Chroniken sprechen von 1296, gegründete Chiang Mai, „die neue Stadt". Als selbstständiges Staatsgebilde existierte Lan Na bis zur Eroberung Chiang Mais durch die Birmesen im Jahre 1558.

Der König war ein geschickter Diplomat und schmiedete wichtige Bündnisse mit möglichen Rivalen wie König Mueang von Phayao und König Ramkhamhaeng von Sukhothai. Das bronzene Denkmal zur Erinnerung an dieses Bündnis steht noch heute in Chiang Mai. Mangrai gelang es auch, Anfang des 14. Jhs. eine Invasion der Mongolen zu verhindern. Deren König Kublai Khan wollte Lan Na in ein Abhängigkeitsverhältnis bringen, scheiterte jedoch am militärischen Widerstand der Truppen Mangrais, aber auch an eigenen logistischen Problemen. Schließlich begnügte sich Kublai Khan damit, im Jahre 1312/13 eine Tributdelegation unter der Leitung von Mangrais Sohn Zhao Santing zu empfangen und nahm als Geschenk einen Albini-Elefanten und mehrere gezähmte Elefanten sowie lokalrte Produkte aus Chiang Mai und Chiang Rai. Im Gegenzug wurden die Gesandten aus Babai (Chiang Mai9 und Cheli (Chiang Rung) mit Mänteln aus Leder und Tierfell, Schuhen und anderen Textilien beschenkt.

Mangrai und seine Nachfolger entsandten auch in den kommenden zwei Jahrzehnten wiederholt Tributmissionen nach China, aber erst zu Beginn der Yuangtong-Herrschaft (1333-35) wurde Lan Na dazu bewegt, der Einrichtung einer sogenannten xuanwei si (Befriedungskommission) zuzustimmen. Diese Institution wurde auch nach dem Zusammenbruch der Mongolenherrschaft unter der Ming-Dynastie aufrechterhalten. Allein im Zeitraum 1406-1432 gelangten dreizehn Tributmissionen aus Lan Na nach China. Mag aus chinesischer Sicht Lan Na ein Vasallenstaat gewesen sein; die Tai Yuan betrachteten ihr Staatswesen jedenfalls als völlig eigenständig. Nordthailändische Quellen schweigen weitgehend über Gesandtschaften nach China.

Königsdenkmal
Links das Denkmal für König Mangrai in Chiang Rai, rechts in Chiang Mai die drei Könige v.l.: Ngam Mueang von Phayao, Mangrai von Lan Na und Ramkhamhaeng von Sukhothai. Fotos von Wikipedia.

Die Könige von Lan Na werden dafür verehrt, dass sie die im heutige« Thailand weit verbreitete, singhalesische Tradition des Theravada-Buddhismus übernommen und die unverwechselbare Kultur des Nordens bewahrt haben. Allerdings litt das Königreich unter Intrigen im Herrscherhaus und kriegerischen Auseinandersetzungen mit rivalisierende Mächten, sodass es zu keiner größeren Ausdehnung kam.