Bevoelkerung

Die Bevölkerung

Die Zahl der Bevölkerung wird in unterschiedlichen Statistiken unterschiedlich angegeben. Laut Statistik von “The World Bank” wurde die Zahl im Jahr 2013 auf 69,1 Millionen geschätzt, wobei die Wachstumsrate bei 0,3 % liegt. Mit dieser Bevölkerungszahl liegt Thailand in Südost-Asien hinter Vietnam (74,6 Millionen) und den Philippinen (67,7 Millionen) und weit hinter Indonesien (196,5 Millionen), aber vor Myanmar (46,7 Millionen), Malaysia (20,1 Millionen), Kambodscha (9,8 MenschenAkha01Millionen) und Laos (4,8 Millionen).

Die Wachstumsrate der Bevölkerung gehört zu den niedrigsten in der Region.
Thailand ist kein Vielvölkerstaat wie zum Beispiel Indonesien. Zwar führen die Angehörigen der Bergvölker ein weitgehend eigenständiges Leben, doch sind diese nicht zuletzt durch die intensiven Bemühungen des thailändischen Königshauses weitgehend assimiliert und in den Alltag im Land eingegliedert. In Thailand wird bei Erhebungen nicht nacht ethnischer Herkuft entschieden, alle Bergvölker werden als Thais angesehen. Besondere Verdienste erwarb sich hier die 1995 verstorbene Mutter des Königs Bhumiphol, die als Begründerin zahlreicher Projekte einen sehr guten Ruf bei den Angehörigen der Bergvölker genoss. Ihren respektvollen Namen "Himmlische Mutter" (Mae Fah Luang) erhielt sie freilich, weil sie regelmässig mit dem Hubschrauber anreistMenschenAkha02e, also "vom Himmel kam."

Im Gegensatz zu den meisten anderen aufgeführten Ländern gibt es in Thailand keine nennenswerten ethnischen Konflikte. Der einzige, allerdings nicht sehr ausgeprägte, innere Konflikt des Landes, in den südlichsten Provinzen des Königreichs, ist nicht ethnisch, sondern eher religiös begründet. Die südlichsten Provinzen, an der Grenze zu Malaysia, sind moslemisch, während die thailändische Bevölkerung ansonsten dem Theravada-Buddhismus anhängt, der aber nicht als offizielle Staatsreligion gilt. Doch obwohl die Beziehungen zwischen Bangkok und den südlichsten Provinzen bisweilen nicht gerade harmonisch sind, und obwohl es in dem religiös motivierten Konflikt mehrere Tote im Jahr gibt, werden den separatistischen Tendenzen wenig Erfolgsaussichten prognostiziert.

Die Abwesenheit ethnischer Konflikte verleiten den Besucher Thailands leicht zu der Annahme, das Land sei ethnisch kohärenter (zusammenhängender) als es tatsächlich der Fall ist. Mit über 80 % stellen die Thaivölker wie Siamesen, Shan und Lao die Mehrheit, als Minderheiten gelten die Angehörigen der Bergvölker (Hmong, Lahu, Yao, Akha, Lisu und Karen). Die grösste Gruppe der Bergstämme (auf Englisch "Hilltribes") bilden mit etwa 246 000 Angehörigen die Karen. Ihre Siedlungen reichen bis tief in den Süden des Landes hinein, wo sie vor allem im Grenzgebiet zu Myanmar, dem einstigen Burma, zu finden sind.

Diese Tatsache ist auf ihren langjährigen, bislang jedoch relativ erfolglosen Kampf Menschen-Lisugegen die birmanische Regierung zurückzuführen, denn die Karen betrachten Myanmar als ihre eigentliche Heimat. Einige Bergvölker wie die Akha (24 000 Angehörige) oder die Lisu (ca. 18 000) pflegen den Ahnenkult und huldigen dem Geisterglauben und der Naturverehrung. Am besten integriert sind die etwa 58 000 Angehörigen der Meo (auch Hmong genannt). Mit gezielten Programmen der Regierung soll auch die Integration der anderen Minoritäten vorangetrieben werden. Im Norden Thailands, zum Beispiel in Chiang Mai sowie in Chiang Rai, gibt es staatliche Verkaufsläden der "Thai Hillcraft Foundation", in denen vor allem kunsthandwerkliche Erzeugnisse der Bergvölker erworben werden können.

Eine etwas eigenartige „Sehenswürdigkeit“ sind die Long Necks, die Langhalsfrauen, die in einem kleinen Dorf nahe Mae Hong Son im äussersten Nordwesten Thailands leben. Einer Tradition folgend werden den Frauen beginnend im Mädchenalter Messingringe um den Hals gelegt. Bis zu 25 Windungen trägt eine erwachsene Frau, wobei orthopädische Untersuchungen ergeben haben, dass das Tragen der Ringe offensichtlich keine bleibenden

Schäden bewirkt. Ich habe bei meinem letzten Besuch eine Frau kennen gelernt, die die Ringe für ein Leben in Finnland abgelegt hat.MenschenMeo

Woher die Menschen vom Stamme der Pradong (auch Padang) genau kommen, ist nicht bekannt. Vermutlich stammen sie aus dem Norden des Nachbarlandes Myanmar. Ich muß gestehen, dass ich es nach einem kurzen privaten Besuch in diesem Dorf nicht übers Herz gebracht habe, auch mit Gruppen dort einzufallen. Für mich ist es eine körperliche Absonderheit, die ich nicht zur Schau stellen wollte. Auch habe ich bis zu einem weiteren Besuch im Jahre 2009 niemals eigene Fotos gemacht, auch das hat mir widerstrebt.

Erst seit den ersten Jahrhunderten der christlichen Zeitrechnung sind Thais in nennenswerter Zahl in ein Gebiet eingewandert, das dem heutigen Territorium Thailands entspricht. Dieses Gebiet war aber zu jener Zeit schon von Volksgruppen besiedelt, die den Thais ethnisch nicht nahestehen, hauptsächlich den Khmer (den Vorfahren der heutigen Kambodschaner) und ihren Verwandten, den Mon, und, in geringerem Umfang, von Burmesen und Malaien.

Thais waren in den ersten rund 1000 Jahren, in denen sie ein Gebiet besiedelten, das in etwa dem heutigen Thailand entspricht, in diesem Gebiet keineswegs die dominierende Volksgruppe. Zur dominierenden Volksgruppe wurden sie erst vor etwa 700 Jahren, als die Eroberungszüge am Südrand des chinesischen Reiches zu einer Migration von Thai-Volksstämmen im grösseren Stil führten.

Da Thais, die in den ersten 1000 Jahren der christlichen Zeitrechnung Südostasien bevölkerten, stets in Staatsgebilden lebten, die von Khmers und Mons regiert waren, und da später in den Staatsgebilden der Thais zahlreiche andere Völker lebten, kam es jahrhundertelang zu starker ethnischer Vermischung. Zur ethnischen Vermischung hat weiterhin beigetragen, dass stets Bevölkerungsumsiedlungen im grossen Stil vorgenommen wurden, wann immer sich die Machtverhältnisse in Südostasien tiefgreifend veränderten. Schon in Khmer-Reichen, die über ein ausgeprägtes Sklaverei-System verfügten, war es Sitte, von Kriegszügen nicht nur Beute in Form von Schätzen, sondern auch in Form von Bevölkerungszuwachs mitzubringen. MenschenPadong02

Weiterhin hat zur ethnischen Vermischung beigetragen, dass Thailand, oder Siam, wie das Land viele Jahrhunderte hiess, auf eine lange Geschichte politischer Asylgewährung zurückblicken kann. Vietnamesische Christen, Mon-Minderheiten aus Burma und Oppositionsgruppen aus Kambodscha haben in Thailand nicht erst während und nach dem Vietnam-Krieg politisches Asyl gesucht und erhalten, sondern schon vor Hunderten von Jahren.

Und schliesslich und endlich sind seit Jahrhunderten Chinesen in substantieller Zahl in ein Gebiet eingewandert, das dem heutigen Thailand entspricht - wobei deren Motivation allerdings stets eher wirtschaftlicher als politischer oder religiöser Natur war. Bis heute haben ethnische Chinesen in der thailändischen Wirtschaft eine führende Stellung. Und der Sohn eines chinesischen Vaters und einer thailändischen Mutter, Taksin war MenschenPadong01sogar König von Siam.

Weite Teile Nord-Thailands standen jahrhundertelang unter burmesischer Herrschaft, ein Umstand, der nicht nur die Kultur Nord-Thailands geprägt hat, sondern auch eine ethnische Vermischung zur

Zwar wird die thailändische Sprache im Norden und im Süden des Landes nicht genau gleich ausgesprochen; die Schrift jedoch ist die gleiche, und es ist eine Schrift, die in keinem anderen Land der Welt benützt wird. Ein einigender Faktor, der kaum unterschätzt werden kann, ist die Monarchie - seit Jahrzehnten personalisiert durch den überaus populären König Bhumiphol Adulyadej Rama IX.