Fauna

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Über die Natur: die Fauna

Etwa 16 000 domestizierte sowie etliche hundert wildlebende indische Elefanten gibt es heute noch in Thailand, einst sollen es mehr als fünfmal so viele gewesen sein. Die mächtigen Tiere spielten eine wichtige Rolle im Leben der Thai, siamesische Könige bestritten auf ihren Rücken Zweikämpfe, Reparationsleistungen bestanden nicht selten in der Übereignung ganzer Elefantenherden.
Auch in der buddhistischen Religion nimmt der Elefant eine grosse Bedeutung ein. Als eines der entscheidenden Erlebnisse im Leben des Buddha wird das Zusammentreffen mit einem Elefanten bezeichnet, den sein Vetter Devadatta auf ihn hetzte. Allein durch die Kraft seiner Liebe soll Buddha diesen Elefanten vom Angriff abgehalten haben. Als Nutztiere spielen Elefanten heute freilich nur noch eine untergeordnete Rolle. Wurden sie einst als unverzichtbare Arbeitstiere im unwegsamen Dschungel bei der Teakholzernte eingesetzt, trat diese Verwendung nach der Verhängung eines Fällverbotes für tropische Hölzer in den Hintergrund.
Arbeitslos wurden die Elefanten und ihre Mahouts (so nennt man die Treiber, die in aller Regel von frühester Jugend an mit ihnen ein ganzes Leben lang zusammen sind) freilich kaum, denn in vielen Elefantencamps zeigen sie heute Touristen, welch schier unglaubliche Kraft in ihnen steckt. Es soll sogar Elefanten geben, die Fussball "spielen" könne, und tatsächlich sind solche Künstler auf dem alljährlichen elefanten-Round Up in Surin zu sehen. Kaum eine Zeremonie oder ein festlicher Umzug in Thailand ist ohne die Teilnahme von prächtig geschmückten Elefanten denkbar. Besonders sehenswert ist hierbei das alljährlich im November stattfindende Elefantenfest in Surin (Nordostthailand), das gleich mehrere Tage dauert und hunderttausende

Besucher anzieht. Ein weiteres Tier, das in Thailand eine wichtige Rolle spielt, ist der Affe. Er lebt mit seinen Artgenossen meist im Rudel in den Naturschutzgebieten Thailands, aber auch in städtischen Siedlungen wie z. B. in Lopburi rund um den Wat Phra Prang Sam Yot. Hier findet man auch Affen, die weniger menschenscheu sind als andere, weshalb eine gewisse Vorsicht bei der Annäherung nicht von Nachteil ist. Nicht selten werden Brillen, Fotoapparate oder andere Wertgegenstände Opfer einer allzu grossen Sorglosigkeit. Im Süden Thailands spielen Affen übrigens eine wichtige wirtschaftliche Rolle, hier werden sie als geschickte Kletterer bei der Kokosnussernte eingesetzt.
Zu den eher unangenehmen Lebewesen zählen die Moskitos, die sich naturgemäss vorwiegend in dichten Wäldern, aber auch in Meeresnähe am wohlsten fühlen. Moskitos gelten als Überträger der Malaria, weshalb man sich entweder mit schützender Kleidung oder aber mit speziellen Cremes vor ihnen wappnen sollte. Absolut ungefährlich hingegen sind die Geckos, kleine eidechsenartige Tierchen, die man vor allem in den Abendstunden bemerken kann. Sie werden besonders in den Abendstunden geradezu magisch von Lichtquellen jeder Art angezogen, reagieren jedoch auf die Annäherung durch den Menschen äusserst schreckhaft und verschwinden sofort in einer Ritze oder einem Loch. Die Lieblingsspeise von Geckos besteht aus Ungeziefer aller Art, dessen sie nach Minuten absoluter Regungslosigkeit mit einem blitzartigen Zugriff habhaft werden. Ihre Kommunikation untereinander besteht aus einem seltsam schnatternden Geräusch, das sich recht lustig anhört.
Ebenso schreckhaft sind die zahlreich in Thailand vorkommenden Salamanderarten, am häufigsten trifft man auf den Feuersalamander.

Gifttiere  (Schlangen, Spinnen, Skorpione: Verhalten in den Tropen)

Übersicht:
Wesentliche oder sogar tödliche Zwischenfälle durch Gifttiere in den Tropen sind bei Reisenden eine Rarität. Andererseits kann (praktisch immer durch Fehlverhalten bedingt) täglich ein bedrohlicher Notfall entstehen. Da die Gefährdung durch seltene Ereignisse im Alltag oft unterschätzt werden, hier einige Ratschläge aus tropenmedizinischer Sicht.

I. Mensch und Gifttiere allgemein:

Schlange

Gifttiere, die primär aggressiv den Menschen bedrohen, spielen praktisch keine Rolle. Eine gesundheitliche Bedrohung durch Bisse bzw. Stiche kommt fast ausschließlich in Situationen zustande, in denen sich auch das Gifttier bedroht fühlt. Hierzu zählt vor allen Dingen die überraschende Begegnung, bei der keine Gelegenheit zur Flucht gesehen wird.

Schlangen, Spinnen und Skorpione haben ihre eigentümlichen Lebensräume, in denen mit ihnen gerechnet werden sollte. Der Europäer in den Tropen muß lernen, dieses Wissen um das Verhalten von Gifttieren im alltäglichen eigenen Verhalten zu nutzen.

Ist ein Biß oder Stich erfolgt, sollte zur optimalen Hilfe und evtl. notwendigen Therapie das Gifttier gefangen werden, damit eine Artdiagnose durch den Fachmann möglich ist. Den Umgang mit noch lebenden Gifttieren sollte man den jeweils Einheimischen überlassen, da sie in der Regel über bessere Fertigkeiten und Kenntnisse hierzu verfügen (gilt auch für Europa).

II.Allgemeine prophylaktische Maßnahmen:

  • Nie im Dunkeln ohne Taschenlampe laufen - viele Gifttiere (die meisten Schlangen) sind Nachttiere!
  • Nie auf entdeckte Gifttiere zugehen - damit wird eine Bedrohung evtl. erst ausgelöst
  • Alle Bewegungen, Griffe etc. im Alltagsleben unter Sichtkontrolle durchführen
  • z..B. nie "Blind" mit der Hand im Schrank nach einem Gegenstand suchen; geschlossene Schuhe vor Benutzung ausschütteln!)
  • Konsequente Beseitigung besonders des Küchenabfalls - Schlangen leben von Mäusen, Mäuse leben von Abfall
  • Mückennetz bzw. Fliegengitter an en Fenstern, möglichst dichtmaschig und ohne Defekte - der Zugang von Insekten und Spinnen wird so erschwert
  • Bei Touren im Gelände fest auftreten, größere Bäume, auch Büsche meiden (Baumschlangen sind fast alle giftig). Kletternde Kinder !!!
  • Bei Ausflügen bzw. Bewegung in der Natur festes Lederschuhwerk bis über die Knöchel tragen (90 % der Schlangenbisse sind an oder unter dem Knöchel lokalisiert)
  • Gestaltung des Gartens: möglichst kurzgeschorener Rasen, wenig Büsche, wenig Feuchtigkeit
  • Keine Panik nach Schlangenbiß: nur ca. 2,5 % der Schlangenbisse haben tödlichen Ausgang.
  • Voraussetzung dafür ist: vernüftiges Verhalten, richtige Therapie.
  • Nie auf der Erde schlafen! Kleidungsstücke, Schuhe, Nahrung auf der Erde locken neben Skorpione und Spinnen auch Schlangen an!
  • Nie eine "tote" Schlange anfassen!
  • Am Strand und im Wasser:
    - Gummischuhe, Plastiksandalen, Turnschuhe! (Seeigel, Stiche giftiger Fische)
    - Möglichst Schwimmen statt Waten!
    - Nicht Baden nach Stürmen (Quallen!)
    - Niemals folgende Meeresfrüchte essen:
    ~ auffällig gefärbte und geformte Fische
    ~ schuppenlose Fische
    ~ Haut und Innereien von Fischen
    - gestrandete Meerestiere nie anfassen.

III. Erste Hilfe nach Biß bzw. Stich:

  • Beruhigung des Patienten (Aufregung schadet direkt!)
  • Spülung der Bißstelle, kein Einschneiden, kein Ausbrennen
  • Schmerzmittel
  • Transport zum nächstgelegenen Hospital mit Schlangenserumdepot (den Weg von zu Hause zum entsprechenden Hospital an seinem Dienstort sollte jeder gut kennen bzw. mindestens einmal selber fahren!) Während des Transportes sollte sich derPatient so wenig wie möglich bewegen
  • Abbinden von Arm oder Bein nur, wenn Transport länger als 30 Minuten veranschlagt wird. Uhrzeit beim Abbinden notieren (z.B. mit Kugelschreiber auf die Haut). Alle 1/2 Stunde Binde 10 - 20 Sekunden lockern.
  • Antiserum: Einsatz nur im Krankenhaus, nur vom Arzt, nur wenn eindeutig sinnvoll! Es hat auch durch den Einsatz von Serum tödliche Zwischenfälle bei Patienten gegeben.

Merke Gifttierregeln

1. Schlangenbisse, Stiche durch Gifttiere sind in der Regel vermeidbar! (Fehlverhalten des Menschen, fehlende prophylaktische Maßnahmen!)
2. Ein Notfall tritt immer selten und immer überraschend ein!
3. Das Gefährlichste ist das Verdrängen dieser Risiken!
4. Antiseren sind keine Allheilmittel, nur im Einzelfall und ausschließlich durch den Arzt eine evtl. sinnvolle, vertretbare Therapie!
5. Jeder Gifttierpatient muß zum Arzt!