Für wen?

Wem will ich etwas nahebringen?

Der Tourist in den Orten wie Bangkok, Pattaya oder Phuket wird Thailand anders erleben. Er wird die Thais erleben, die von anderen Touristen gelernt haben, dass sie sich die Hände schütteln, dass sie laut sind, dass sie sich modern kleiden, dass sie keinen allzu grossen Respekt vor den Heiligtümern haben, dass sie Händchen halten mit ihrer Freundin oder Frau, dass sie ... ach, was auch immer sie anders tun. Und er hat sich darauf eingestellt, und der Verkäufer wird sie mit Handschlag begrüßen, und der Tourist wird denken, das mit dem Wai ist ja Unsinn.

Das thailändische Mädchen wird mit dem Fremden Händchen halten in der Öffentlichkeit und der Tourist wird denken, das mit dem Händchen halten in der Öffentlichkeit ist ja Unsinn.

Und die Händler werden ihre Waren lautstark anbieten und der Tourist wird denken, das mit den leisen Tönen der Thais ist ja Unsinn.

Und der Tourist wird denken, das mit den blöden Ausführungen über Tun und Lassen, über sein und nicht sein, diese dämlichen Belehrungen, wie man sich in Thailand verhalten soll, das alles  ist ja Unsinn. Das moderne Thailand ist ja anders, ich habe es schliesslich gesehen. Und er wird Thailand als ein Urlaubsparadies in Erinnerung behalten mit schönen Stränden, traumhaft

scharfem Essen, ständig grinsenden Menschen und betrügerischen Edelsteinverkäufern (wer will eigentlich wen betrügen: der Verkäufer den Touristen mit den Glassteinen oder der Käufer den Zoll mit vermeintlich echten Edelsteinen?) an den Stränden. Schade eigentlich, dass er so wenig von Thailand verstanden hat.

Ich werde an Sie, den Leser, grosse Anforderungen stellen. Ich mache es mir und Ihnen nicht einfach, denn es ist nicht einfach. Und denken Sie nicht, dass Sie nach Lektüre dieser „Anleitung zum richtigen Verkehrtmachen für Touristen und anderen Ausländern in Thailand“ alles verstanden haben und keine Fehler mehr im Umgang mit den Einwohnern dieses so seltsamen Landes machen werden. Und denken Sie  nicht, dass ich lüge. Zumindest nicht bewusst.

Aber denken Sie nun vor allem nicht, dass Sie durch Betreten eines jeden Fettnäpfchens, das sich vor Ihnen aufbaut, allenthalben Entsetzen auslösen werden: vieles wird Ihnen verziehen werden, denn Sie sind ein Farang, eine Langnase, ein Ausländer, ein Unwissender, ein Gast, ein Freund. Und man wird  freundlich lächeln. Mai ben rai. Was immer sie daraus entnehmen möchten. Nur eines bitte vergessen Sie nicht; meinen Sie es ehrlich mit sich und anderen. Und öffnen Sie ihr Herz, dann werden Sie auch offene Herzen finden.