Mythologie

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Die thailändische Mythologie

Bei einem Besuch in Thailand werden Sie viele mythologischen Wesen antreffen. Namen und Abbildungen verweisen auf verschieden Fabel- und Sagenwesen, die alle eine Bedeutung in der thailändischen Kultur haben.

Brahma - Phra Phrom
Ein allmächtiger Gott mit vier Gesichtern, damit er in alle vier Himmelrichtungen beschützen kann. Er ist der Schöpfer der Welt und eine hinduistische Gottheit. Wortableitungen sind z.B. Brahmane und Brahmanismus. Dem Hinduismus gehören heute rd. 450 Mio. Menschen an. Sie können ihn vor dem Hotel 'Erawan' in Bangkok sehen.

Erawan
Erawan ist die thailändische Form des mythischen Elefanten Airavata. Er ist ein riesenhafter Elefant, groß wie ein Berg. Er hat meistens drei, manchmal sogar 33 Köpfe, jeder Kopf ist mit sieben Stoßzähnen ausgestattet. Er ist das Reittier des hinduistischen Gott des Regens und des Donners Gottes Indra, dem Herrscher über den Tavatimsa-Himmel, der Wohnstatt von 33 Göttern vedischen Ursprungs.

Garuda
Garuda ist in der indischen Mythologie ein schlangentötendes halb mensch-, halb adlergestaltiges Reittier des Vishnu, Sohn des Kashyapa und der Vinata. In der asiatischen Mythologie hat der Garuda zugleich die Bedeutung eines Götterboten, der den Menschen Nachrichten und Anweisungen der Götter überbringt. In vielen asiatischen Ländern (beispielsweise Thailand und Indonesien) wird der Garuda zudem als Hoheitszeichen oder Amtssiegel von den Behörden der Regierung verwendet.

Hanumaan
Der König der Affen, der 'Rama' (Naaraai, Narayana) hilft, gegen die Riesen zu kämpfen (Ramayana - Nationalepos der Inder). Er ist der Held mit dem weissen Affengesicht im Ramayana.

Yak
Die bösen Riesen, die die Menschheit verfolgen. Der König der Yaks ist 'Totsakan', mit 10 Gesichtern und 20 Armen. Er hatte 'Sita', die Gattin des 'Rama' entführt. Deshalb führte 'Rama' einen Krieg mit den Yak, die in ihrer Vernichtung resultierte. Sie können die Yak oft als Torwächter vor dem Tempeleingang sehen.

Jommabaan
Der Gott des Todes. Er führt die Seele der Toten durch die Hölle, wo er den Verstorbenen, je nach dessen Missetaten, bestraft

Rama - Naaraai
Er ist ein Gott mit vier Armen, der in der Mitte des Wassers auf seinem schwimmenden Thron schläft. Er ist ein Gott des Friedens. Auf der Erde als 'Rama' geboren (Ramayana - Nationalepos der Inder), um die bösen Riesen (Jag) auszurotten, und die Menschen von dem Bösen zu befreien. Das Hotel 'Narai' wurde nach ihm benannt.

Phra In - Indra
Ein Kriegs- und Heldengott. Er ist der König der Götter im Himmel. Er reitet auf einem 3-köpfigen Elefanten 'Erawan', oder in einem Wagen, gelenkt vom Gott der Baukunst 'Wiswakam'. Nach dem Elefanten (heiliges Tier) wurde das Hotel 'Erawan' benannt.

Phra Aathit
Sonnengott. Er lenkt seinen Streitwagen rund um die Erde, von Morgens bis Abends, um ihr Licht zu geben. Sein Gesicht ist rot-gelb. Im thailändischen auch ein Wort für 'Sonne'.

Dschan
Mondgöttin. Gibt es eine Mondfinsternis, dann will 'Rahu' (Gott der Erde)die Mondgöttin 'Dschan' fressen. Im thailändischen auch ein Wort für 'Mond'.

Raamasun
Gott des Donners. Siehe Beschreibung von 'Meekhalaa'.

Meekhalaa
Göttin des Blitzes. Sie hält einen Diamandstein in ihrer Hand. 'Raamasun' wollte diesen haben, und käpft daher mit ihr. Jedesmal wenn 'Raamasun' seine Axt nach 'Meekahlaa' wirft, donnert es und der Diamandstein blitzt. Daher folgt auf jeden Donner auch ein Blitz.

Mang-gon
Der Drache Mang-gon ist wie die Naga ein Wasserwesen. Erscheint die Naga zur Regenzeit, so erwacht der Drache im Frühjahr aus seinem Winterschlaf. Dann stößt er Donnergrollen aus, welches in chinesischen Kunstwerken oft als Kugel dargestellt wird. Obwohl beide Fabelwesen viel gemeinsam zu haben scheinen, so unterscheiden sie sich doch in einigen Punkten. Eine Naga wird oft an oder in heiligen Gebäuden in thailändischen Tempeln dargestellt. Häufig zu sehen ist der Buddha, wie er während seiner Meditation von einer siebenköpfigen Naga beschützt wurde. Der Drache wird dagegen bestenfalls mit vergänglicher Macht assoziiert.

Darstellung einer Kremation mit Katafalk und Urne, im Hintergrund aufgereihte Fabeltiere auf Rädern, Ramakien-Malerei im Wat Phra Kaeo, Bangkok

Ein Mang-gon wird in thailändischen Kunstwerken nie als solcher dargestellt, sondern fast immer als Hybrid-Wesen, bei dem ein Körperteil (meistens der Kopf) vom Drachen abstammt, der Rest des Körpers von anderen Fabeltieren. Diese Hybrid-Wesen wurden in der Rattanakosin-Zeit in alten Handschriften dargestellt, von denen nur noch einige überliefert sind. Sie wurden betitelt als "Bücher mit Bildern verschiedener Tierfiguren, die für die Prozessionen anlässlich der königlichen Verbrennungen gebraucht werden". Die Tiere stammen aus dem mythologischen Schneewald (Himaphan), der sich an den Hängen des Berges Meru befindet. Sie erinnern an Darstellungen in der Kunst Angkors, wie im Prasat Thom in Koh Ker oder in Banteay Srei. In der thailändischen Literatur wurden sie zuerst im Traiphum Phra Ruang erwähnt.

Darstellungen der Hybrid-Wesen finden sich noch heute in vielen thailändischen Tempeln (Wat), am bekanntesten sind die goldenen Statuen auf der Oberen Terrasse des Wat Phra Kaeo. Überlebensgrosse Nachbildungen wurden früher in den Umzügen mitgeführt, welche königliche Urnen zum Verbrennungsplatz geleiteten. Auf dem Verbrennungsplatz wurde ein Katafalk nach dem Vorbild des Meru errichtet.

Naga - Phraa Jaan Naak
Naga bezeichnet in der indischen Mythologie ein Schlangenwesen oder eine Schlangengottheit. Es gibt verschiedene Darstellungsformen, entweder mit vollständiger Schlangengestalt, als Menschen mit Schlangenkopf, oder mit menschlichem Körper, der in einer Schlangengestalt ausläuft. Häufig sind auch Darstellungen mit mehrköpfigen Schlangen, bzw. einer mehrköpfigen Kobrahaube.

Nagas sind als magiekundige Wesen bekannt, mit der Fähigkeit, jederzeit menschliche Gestalt annehmen zu können. Gelegentlich sollen sie ihr Reich verlassen und sich unter die Menschen mischen. Sie gelten als Wächter von Übergängen, Schwellen und Türen, besonders auch im symbolischen Sinn. Erzfeind der Nagas ist Garuda, Begleittier von Vishnu. Darstellungen des Riesenvogels zeigen diesen oft mit Nagas in seinen Klauen.

Sehr oft werden die Wörter für Schlangen, Schlangendämonen, Nagas, halb-menschlichen, halb-schlangenhaften Wesen nicht unterschieden. Mehrere wichtige Schlangen jedoch tragen Namen. In der hinduistischen Mythologie etwa ist es Shesha ("der Bleibende, der Rest"), der die Erde trägt, ein anderes Wort ist Ananta ("der Unendliche"), die auf dem Wasser liegenden Schlange, auf welcher Vishnu in seiner Form als Narayan im kosmischen Schlaf ruht. In der buddhistischen Mythologie hingegen beschützte der Nagakönig Mucalinda den Buddha in seiner mehrere Wochen dauernden Meditation vor Regen und Unwetter, indem er seine vielen Köpfe wie einen Schirm über ihn breitete.