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Recht und Gesetz auch in Thailand

Es ist nicht meine Aufgabe, mit meiner Seite in Thailand für Recht und Ordnung zu sorgen. Da aber oft die Meinung besteht, Thailand sei als Urlaubsparadies weit jenseits von Gut und Böse bzw. von Recht und Gesetz, möchte ich nicht versäumen, auf die Gefahren hinzuweisen, wenn man das thailändische Recht eben nicht beachtet. Außerdem habe ich mit denen Mitleid, welche unverschuldet und unbewußt gegen das Gesetz verstoßen. Und sogar mit denen, die selbst verschuldet in die Fänge der Justiz geraten, denn ein thailändisches Gefängnis entspricht keineswegs unserem manchmal als lasch empfundenen Verständnis von Schuld und Sühne.
Das harmloseste Nichtbeachten betrifft den Strassenverkehr. In Thailand ist für das Fahren mit Motorrädern und Autos der Internationale Führerschein vorgeschrieben. Dass Touristen in den touristischen Gebieten oft nicht behelligt werden, wenn sie sich nicht gesetzeskonform verhalten (Nichttragen eines Schutzhelmes auf dem Zweirad) ändert an dieser Tatsache nichts. Erinnert daran wird man spätestens dann, wenn es zu einem Unfall kommt. Die Mär, grundsätzlich seien alle thailändischen Polizisten bestechlich, erweist sich dann oft als der erste grosse Fehler, der schnell in einem thailändischen Gefängnis korrigiert werden könnte.

Strafverfahren in Thailand sind sehr langwierig. Die Möglichkeiten einer Verteidigung sind beschränkt, sie entsprechen in keinem Falle den aus Deutschland bekannten rechtsstaatlichen Vorstellungen. Es besteht hier leider die Gefahr langer Untersuchungshaft, teurer und oft nicht zureichender anwaltlicher Vertretung sowie harter Haftbedingungen. Im Falle einer Verurteilung auch wegen einer Bagatelltat folgt unweigerlich die Abschiebung und ein unbegrenztes Wiedereinreiseverbot.

Besonders in Phuket und dort besonders in Patong sind auch deutsche Urlauber wiederholt Opfer von Banden geworden, die offenbar mit korrupten Beamten, auch der Polizei, zusammenarbeiten und solche Bagatelldelikte  unterstellen. Anschliessend werden Erpressungsversuche unternommen und angedroht, eine Anzeige bei der Polizei vorzunehmen. In solchen Fällen sollte man unverzüglich Kontakt mit der Deutschen Botschaft aufnehmen (deren Telefonnummer man tunlichst immer dabei haben sollte), um eventuelle Untersuchungshaft und überhöhte Kautionszahlungen zu vermeiden.

Das trifft dann auch auf von der Polizei vermittelte Anwälte zu.

Man sollte zumindest eine Ahnung haben, auf was man sich einläßt, wenn man Recht und Gesetz nicht beachtet.

Rauschmittel

Vor Erwerb, Besitz oder gar Verteilung sowie Ein- und Ausfuhr von Rauschgiften aller Art (auch Marihuana, Ecstasy und anderer Amphetamine) wird ausdrücklich gewarnt. In Bangkok ist vor allem die Khao San Road in den Ruf geraten, ein Drogenumschlagsort zu sein, im restlichen Thailand tun sich da Koh Samui und Koh Pang-Ngan hervor.
Vorsicht: im Jahr 2004 ist ein Deutscher wegen des Besitzes von 37 Gramm Rauschgift zu lebenslänglich Gefängnis verurteilt worden. Bei Handel sieht das Gesetz die Todesstrafe vor.
Die Todesstrafe wird in Thailand vollstreckt.  2004 sind sechs Drogendealer hingerichtet worden, darunter zwei Ausländer. Dass die Todesstrafe seit neuestem nicht mehr durch Erschiessen (ich war 1984 Zeuge einer öffentlichen Erschiessung eines Menschen mit einem Maschinengewehr) vorgenommen wird, sondern seit dem 12.12.2003 durch eine Giftinjektion, ist da sicherlich kein Trost.
Die thailändische Regierung hat wiederholt betont, verurteilte Drogendealer zügig hinzurichten und macht ihre Ankündigungen auch wahr.

Kindesmissbrauch

7Der sexuelle Missbrauch von Minderjährigen in Thailand wird hart bestraft. Geschlechtsverkehr mit Personen unter 18 Jahren auch mit deren Einverständnis ist strafbar.

Majestätsbeleidigung

Das thailändische Königshaus geniesst besonderen Respekt. Abfällige oder kritische Bemerkungen sind zu vermeiden. Majestätsbeleidigung wird hart bestraft. Dazu zählt auch, einen eventuell heruntergefallenen Geldschein, der das Bildnis des Königs trägt, mit dem Fuss festhalten zu wollen.

Erregung öffentlichen Ärgernisses

Nacktbaden, Baden ohne Bikinioberteil sowie sexuelle Handlungen in der Öffentlichkeit (worunter streng genommen auch das Küssen fällt) sind verboten und können bestraft werden. Auch hier bedeutet es nicht, daß dieses genehmigt sei, wenn in den touristischen Badeorten gegen dieses Verbot ungeniert verstoßen wird.

Ausweispflicht

Reisende sind verpflichtet, stets ihren Ausweis mit sich zu führen. Eine Kopie des Passes ist (meist) ausreichend, sofern auch die Kopie der Seite mit dem Einreisestempel bzw. dem thailändischen Visum mitgeführt wird.
Nun mag es viele geben, die das “alles nicht so eng” sehen. Natürlich wird man in Thailand eine gewisse Unterscheidung treffen zwischen Einheimischen und Touristen, die sich ja nur wenige Wochen in Thailand aufhalten. Gesetze aber werden nicht entweder für Thais oder Touristen gemacht, sie sind für alle da und von allen zu beachten. Thailand ist kein rechtsfreier Raum. Aber wer die Ordnung und das Gesetz so selbst verständlich beachtet wie zu Hause in Deutschland, wird einen angenehmen und wunderschönen Urlaub erleben können.
Ich habe zuletzt 2010 eine Liste mit hilfreichen Telefonnummern als PDF-Datei zusammengestellt.