Währungsgeschichte

Landeskundliches, Fakten und Hintergründe

Währung im alten Siam

Während der Kriege mit den Burmesen gingen die großen Bibliotheken von Sukhothai und insbesondere in Ayuthaya in Flammen auf, und so sind kaum noch Aufzeichnungen über das Geld früherer Zeiten vorhanden.
Die ersten Geldmünzen hießen im alten Siam Tikal. Das Wort stammt vom arabischen thaqal, das mit dem hebräischen shekel und der in Bangladesch benutzten Währung Taka (wörtl. Münze oder Geld) verwandt ist. Der Hindi-Begriff tika-li bedeutet kleines rundes Stück Metall. Spätestens ab der Mitte des 14. Jahrhunderts war im alten Siam die Währungseinheit Tikal im Gebrauch; von den Siamesen schon in früheren Zeiten Bat genannt. Der Tikal war ursprünglich ein Silberstück von 15,16 g Gewicht, das zu verschiedenen Zeiten in unterschiedlichen Formen auftrat. Manche Stücke hatten die Form einer Gewehrpatrone, andere sahen aus wie kleine Stangen, manche wie schmale, längliche Rhomben, und andere wiederum waren mehr oder weniger rund.

Der Tikal war unterteilt in 4 Salüng, ein Salüng wiederum bestand aus 2 Füang; beides waren Silbermünzen. Dazu waren noch kleinere Münzen aus Kupfer in Umlauf, so der Song-Pai (1/16 Tical), der Pai (1/32 Tical), der Att (1/64 Tical) und der Solot (1/132 Tical).

Die Tikals wurden in der königlichen Münzprägerei hergestellt. Auf der einen Seite wurde die siamesische Krone und auf der anderen das Münzzeichen geprägt. Weiterhin wurde neben der 1-Tikal-Münze auch die 2- und 4-Tikal-Münze hergestellt, wobei die größte Münze rund sechzig Gramm wog. Diese ersten Tikals hatten jedoch noch keine richtige klassische Münzform, sondern waren kugelförmig, mit einer Einkerbung auf der einen Seite und auf der anderen Seite das königliche Siegel. Die Größte Währungseinheit war 80 Tikal, die über ein Kilogramm Gewicht besessen haben soll.

Die ersten modernen Münzen

Erst in der Regierungszeit von König Chulalongkorn sorgte dieser dafür, dass Siam Münzen in europäischer Form herstellen konnte und Geldscheine einführte. Insbesondere von den preußischen Münzprägereien sehr beeindruckt, wollte er auch in seinem Königreich solch moderne Münzprägung einsetzen. Somit erhielt Siam Münzen mit einer hervorragenden Prägung: auf der einen Seite das siamesische Wappen mit dem dreiköpfigen Elefanten und auf der anderen Seite das Porträt des Königs. Meistens wurden Silbermünzen geprägt, Goldmünzen weniger. Das Volk war von den neuen Münzen begeistert, war damit doch auch die Gefahr gebannt, Falschgeld zu erhalten.