Weisse Elefanten

Die weißen Elefanten des Königs

Eine ganz besondere Rolle in der thailändischen Tierwelt nehmen die sogenannten Weissen Elefanten ( thai: Chang Phueak ) ein, auch wenn es sie strenggenommen in der zoologischen Nomenklatur eigentlich gar nicht gibt.
Sie unterscheiden sich von ihren gewöhnlichen Artgenossen durch 32 Merkmale, aufgrund derer sie besonders hoch verehrt werden: so haben sie z. B. 20 statt 16 Fussnägel und rote Augen. Weisse Elefanten gehören - das ist eine jahrhundertealte Tradition in Thailand - ausschliesslich dem König, und je mehr von ihnen während der Regierungszeit eines Regenten gefangen werden, um so glücklicher sind diese Jahre für den Herrscher und sein Volk.
So gesehen müsste die Amtszeit von König Bhumibol unter einem sehr glücklichen Stern stehen, denn während der mehr als 60 Jahre, die er nun schon sein Volk regiert, wurden bereits 16 weisse Elefanten gefunden. Sie werden nach dem Einfangen in einer feierlichen Zeremonie zu heiligen Elefanten erklärt, im Zoo von Bangkok zunächst eingewöhnt und anschliessend in Stallungen in der Chitralada-Residenz untergebracht.

Hier ist etwas über weiße Elefanten nachzulesen (Wikipedia)

Die Hindus erhoben das gutmütige Tier sogar zum Gott, der noch heute unter dem Namen Ganesha oder Ganapati verehrt wird. Der Elefantengott wird immer dann angerufen, wenn man für ein Vorhaben besonders viel Glück benötigt. Gar nicht so selten ist in Thailand der Brauch, schwangere Frauen unter einem Elefantenbauch durchkriechen zu lassen, um eine problemlose Geburt zu garantieren.
Als Thailand noch Siam hieß (bis 1938), hatten die so genannten „weißen“ Elefanten einen besonders hohen Status im Königreich. Eigentlich waren es eher rosafarbene oder rosagraue Tiere mit roten Augen und weißen Haarbüscheln an Kopf und Schwanz.
Die seltenen Dickhäuter wurden als Glücksbringer für das Wohlergehen des ganzen Landes betrachtet. Man setzte deshalb alles daran, möglichst viele Tiere Flagge_alt_mit_Elefanteinzufangen und an den königlichen Hof zu bringen. Als besonders glücklich galt das Auffinden eines Albino-Elefanten zu Beginn der Herrschaft eines neuen Königs. Das bedeutete, dass der junge Regent wahrhaft gesegnet sei. Nicht verwunderlich also, dass es die riesigen Säugetiere sogar zum Wappentier brachten. Bis 1917 zeigte die Flagge Siams einen weißen Elefanten auf rotem Grund.

Die Verehrung der Tiere ist übrigens kein Zufall, sondern tief religiös verwurzelt. So soll Buddhas schwangere Mutter Maya im Traum eine Begegnung mit einem weißen Elefanten gehabt haben, der nichts anderes war als der junge Buddha selbst. Nach dreimaligem Umkreisen der Mutter verschwand er in ihrem Bauch. Die Königin deutet diese Erscheinung als glückliches Omen. Sie würde einen Erleuchteten zur Welt bringen, der die Menschen von ihrer Unwissenheit befreien wird.

Dementsprechend gepflegt und verhätschelt wurden die heiligen Tiere bei Hofe. Jedes Tier besaß früher vier Diener, die ihm kühle Luft zufächelten und das Futter auf goldenen Tellern servierten. Auf dem Kopf trugen die königlichen Dickhäuter kostbare Kronen, die Stoßzähne waren mit goldenen Ringen verziert.
 
Wurde ein Tier einmal krank, behandelte es der Hofpriester mit geweihtem Wasser und kostbaren Ölen. Starb es dennoch, kam das einer Katastrophe gleich. Schließlich stand das Schicksal des gesamten Reiches auf dem Spiel. Die Diener der weißen Elefanten mussten sogar damit rechnen, von dem verzweifelten König exekutiert zu werden.