Ende

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Das Ende des Eisenbahnbaues in Sicht

Am 23.10.1910 starb König Chulalongkorn, der jahrelang an einer Schrupfniere gelitten hatte, und mit ihm schien das Pionierzeitalter in Siam ein Ende gefunden zu haben.

Ich möchte hier einen kleinen Ausflug in die Geschichte Siams machen, denn der Tod Chulalongkorns brachte auch einige innenpolitische Schwierigkeiten. Der Kronprinz war in Siam nicht sonderlich beliebt, denn er war den Frauen nicht gerade zugeneigt und seine persönlichen Finanzen befanden sich in einem äußerst ungünstigen Zustand. Man erzählte sich damals in Siam, dass es alter Brauch sei, ungeliebte Thronfolger in einen Sack zu stecken und dann mit einer heiligen Keule aus Rosenholz zu erschlagen. Ebenso hielten sich Gerüchte nach dem Tode des Königs, dass die Marine den Prinzen Paribat zum König ausrufen werde. Tatsächlich hat aber der Kronprinz alles unbeschadet überstanden. Sofort nach dem Ableben des Königs Chulalongkorn trat der Kronrat unter dem Vorsitz des Kronprinzen zusammen. Am Schluss der Sitzung wurde er als König proklamiert, woran sich sofort die Huldigung der um das Totenbett versammelten Prinzen anschloss. Allerdings musste sich der neue König verpflichten, zu heiraten, ehe man ihn zu den Stufen des Thrones ließ.

Für den Bahnbau war die wichtigste Entscheidung des Königs 1912 zum Weiterbau der Nordlinie, der jetzt mit Normalspur und einem Kostenaufwand von 17 Millionen Ticals erfolgen sollte. 1912 war aber auch das Jahr einer Militärrevolte, die jedoch ohne Schaden für König und Land endete.

Die technische Modernisierung des Landes macht erhebliche Fortschritte. Die drahtlose Telegrafie nach dem Telefunkensystem wird eingeführt. Flugzeuge französischen Ursprungs fliegen mit in Frankreich ausgebildeten Fliegeroffizieren in der Umgebung von Bangkok. In Bangkok gibt es 700 Autos. Die Bahnleitung macht sich Gedanken darüber, dass nach dem Ausbau der Bahnstrecke bis nach Chiang Mai die Strecke Bangkok – Chiang Mai in etwa 24 Stunden zu bewältigen wäre.

Der Krieg machte dann zunächst alle Pläne zunichte. Am 22. Juli 1917 erklärte Siam auf Druck der Entente Deutschland den Krieg. Alle Deutschen, also auch die bei der Bahn beschäftigten Ingenieure, wurden interniert. Erst nach dem 1. Weltkrieg ging der Bahnbau weiter. Unter dem Einfluß der Engländer wurde das gesamte Eisenbahnnetz auf die metrische Spur umgestellt, um so Anschluß an die bestehenden Bahnen im damaligen Birma (heute Myanmar) und auf der Malakkahalbinsel (also dem heutigen Malaysia) herzustellen. Heute umfasst die thailändische Bahnstrecke eine Länge von 3765 km, und wie eingangs beschrieben sind Pläne zum weiteren Ausbau vorhanden.

Die Grundlage der Bahn in Thailand haben deutsche Ingenieure und Entwickler gelegt, und dessen ist man sich bis heute in Thailand bewußt.