Wird es so sein in 20 Jahren?

 

Es war einmal ein einfaches Land, das gibt es so nicht mehr. Dort lebten viele Menschen, die sich kannten, die in Dörfern oder kleinen Städten zusammenlebten, und die auch zusammen ihre Felder bestellten, sich gegenseitig halfen, die Tabak gegen Reis tauschten oder gegen Hühner oder Eier, damit ihre Familien satt wurden.

Radio oder Fernsehen waren ein Luxus, den sich nur ganz wenige leisten konnte, zumeist in einem Dorf nur der reichste Mann. Das war dann oft auch der Ortsvorsteher und damit der angesehenste Mann. Und wenn er zuließ, dass sich Dorfbewohner bei ihm einfanden, um die schönen Liebesfilme oder Geisterfilme zu verfolgen war es auch ein beliebter Mann.

Irgendwann einmal waren fremdartig aussehende Leute im Dorf aufgetaucht, die nicht, wie sie alle, den ganzen Tag auf dem Feld verbrachten, die nicht den ganzen Tag einer Tätigkeit nachgingen, damit die Familie etwas zu essen hat. Diese Leute mussten also welche sein, die reich waren und nicht arbeiten mussten, denn sie hatten nichts bei sich, was man hätte tauschen können. Sie mussten alles kaufen und mit Geld bezahlen.

Sie sahen die Bevölkerung in alten Hütten wohnen und den ganzen Tag die Felder bestellen und dachten, daß sie hier helfen müssen. Und so nahmen sie ihr Geld, gaben es den Bauern und nahmen dafür ihren Acker. Und als sie genügend Ackerland zusammen hatten kauften sie noch die armseligen

Hütten. Sie bauten einige große Häuser in der nächsten Stadt mit 300 Wohnungen, ließen die Bauern ihre Hütten verlassen und vermieteten ihnen diese Wohnungen. Dort, wo einst das Dorf stand, steht heute eine große Fabrik, in denen die ehemaligen Bauern und deren Söhne und Töchter heute arbeiten, aber nur die kräftigsten unter ihnen. Sie stellen Ware her, die in ferne Länder Siedlungslebengeliefert wird.

Die früheren Dorfbewohner haben kein Grundstück mehr, um ihre Wäsche aufzuhängen. Sie haben keinen Platz mehr, wo sie sich mit ihren Nachbarn im großen Kreis zusammen setzen können, um zu plauschen, zu trinken und zusammen zu essen. Sie sitzen heute in ihren Zweizimmerwohnungen, um die schönen Liebesfilme oder Geisterfilme zu verfolgen.

Touristenzentren wie Pattaya oder Phuket oder Samui sind ihnen bekannt, denn ihre Töchter arbeiten dort, wo sie mehr verdienen können als in der Fabrik. Und sie wollen nicht wissen, was sie dort arbeiten.

Und wie die vielen Fremden, die jetzt hier sind, lächeln sie kaum noch. Sie lächeln nicht, wenn sie am Morgen aus der Wohnung im dritten Stock kommen, sie lächeln nicht, wenn sie jemandem begegnen. Es gibt auch kein junges Mädchen mehr, das schüchtern vor ihnen die Augen niederschlägt.

Wird es so sein? In 20 Jahren?