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Die historische Khmer-Anlage Phi Mai

Auf dem Weg nach Nong Khai oder von Korat aus sollte man unbedingt einen Abstecher nach Phi Mai machen. Mit dem Bus kommt man ab Busbahnhof Nakhon Ratchasima dorthin. Die Anreise erfolgt über die Nationalstrasse 2, die dann weiter nach Khon Kaen führt. Die etwa 1000 Jahre alte religiöse Anlage wird als eines der wichtigsten und größten buddhistischen Heiligtümer in Thailand angesehen.

Phi Mai diente mit Teilen als Vorlage für den Bau von Angkor Wat im heutigen Kambodscha. Bevor diese Anlage erbaut wurde experimentierte König Surayavaraman II mit kleineren Gebäuden wie Prasat Bueng Mala und Phi Mai. Gleiche Strukturen findet man auch in den Anlagen Prasat Taprom und Prasat Bueng Mala in Kambodscha sowie in Phanom Rung und Prasat Muang Singha in Thailand.

Die Tempelanlage ist in dem kleinen Ort gar nicht zu verfehlen, wer früher schon einmal da war, der muß den neuen Eingang auf der Westseite suchen. Vermutlich ließ der Khmer-König Dharanindravarnam I. das Heiligtum um 1100 n. Chr. errichten. Die ganze Anlage zeigt den typischen Baustil der Khmer mit den hohen, spitz zulaufenden Türmen und der quadratischen Form des Geländes mit der exakten Ausrichtung nach den Himmelsrichtungen. Im Gegensatz zu der thailändischen Bauweise in Holz verwendeten die Khmer auch für die Decken Steine, die in mehreren Schichten nach innen übereinander ein Gewölbe bilden. Diese Bautechnik erlaubte nur die Konstruktion kleiner innenräume oder enger Galerien.
Die dekorativen Skulpturen stellen zum großen Teil buddhistische Motive dar, was wohl darauf zurückzuführen ist, daß hier auch einheimische Arbeiter und Künstler am Werke waren.
Die umgebenden Galerien waren stark zerstört, zeigen aber an vielen Stellen noch die typischen Fensterrahmen mit den gedrehten Steinsäulen. Die Anlage wurde in den letzten Jahren renoviert, wobei nicht mehr alle Steine ihren ursprünglichen Platz fanden. Dadurch ist das Muster an vielen Stellen unterbrochen.

Der Haupttempel von Phi Mai besteht aus drei hintereinander liegenden Räumen. In dem nach außen hervorgehobenen Viharn befand sich die Götter oder Buddhastatue. (Es ist nicht sicher, ob die Stätte von vornherein als buddhistische Stätte geplant war) Eine kleine Verbindungshalle führt zu der großen Vorhalle, die den Zeremonien diente. Außer dieser Verbindungshalle haben alle Räume einen kleinen Vorbau in die vier Himmelsrichtungen. Über dem Eingang zur Vorhalle sieht man ein schönes Fries mit Darstellungen von Streitwagen, Bogenschützen und fliegenden Pfeilen. Innen umgibt ein Fries mit Ornamenten die Vorhalle, über denen mythologische Gestalten die Decke abzustützen scheinen.

Die schönsten Darstellungen befinden sich in der Eingangshalle des Viharn. Von der großen Vorhalle aus gesehen im rechten Vorbau sieht man den Hindugott Shiva auf einem Elefanten tanzend. Eine Gruppe von Priestern und Tänzerinnen umgibt ihn. Auf der linken Seite ist Buddha unter dem Boddhi- Baum zu sehen. Zu beiden Seiten kommen Menschen mit Opfergaben. Auf dem Fries darunter sieht man eine Kapelle und tanzende Menschen. Im rückseitigen Vorbau sitzt der Buddha in einer Gruppe von Tänzerinnen und Musikanten. Die Außenseiten zweier Vorhallen zeigen wieder hinduistische Motive. Über dem rückseitigen Eingang tanzt Shiva seinen kosmischen Tanz. Shiva ist der indische Gott der Wiedergeburten. Am rechten Eingang zertritt Vishnu, der Beschützer des Lebens, einen bösen Dämon.

Nach dem Besuch des Tempels sollte man das Nationalmuseum am Ortseingang, links hinter der Brücke, besuchen. Dort sind besonders schöne bildhauerische Werke ausgestellt. Man kann auch archäologische Funde aus der neolithischen Zeit besichtigen. Tempel und Museum sind täglich von 8.30-16.30 Uhr geöffnet.

Auch von Phi Mai gibt es ein Fotoalbum.