Geschichte Thailands – der Zeitraum bis zum 12. Jahrhundert, der Zeit der Khmer

Die Geschichte Thailands beginnt wie die Geschichte der Menschheit: man ist auf viele Vermutungen angewiesen, auf die Auswertung von Funden, die oftmals zufällig waren, und erst mit Beginn der Aufzeichnungen läßt sich die Geschichte sicher nachweisen.

Ich habe über mehrere Jahre aus vielen, vorwiegend deutschsprachigen, Quellen mein Wissen über die thailändische Geschichte lesend erweitert – und ich möchte sie nicht für mich behalten. Ich habe versucht, alles und besonders die neuere Geschichte sehr neutral zu schreiben, denn natürlich läßt es sich trefflich politisch auslegen. Das ist aber nicht der Sinn einer Geschichtsschreibung, dennoch soll besonders ab 1932 die Möglichkeit subjektiver Betrachtungsweisen gegeben sein. Dabei dürfen Betrachtungen über das Königshaus aber keinerlei Rolle spielen, und das aus allgemein bekannten Gründen.

Die Geschichte läßt sich auch nicht einfach kontinuierlich, z.B. anhand eines Zeitstrahls, darstellen, da man auf viele regionale Geschichtsdaten und Entwicklungen Rücksicht nehmen muß. Ich versuche zwar genau das, an meiner Wand hängt derzeit ein solcher Zeitstrahl, aber die Breite aufgrund von Querverweisen und Querbezügen überschreitet die Wandbreite ganz ordentlich.

Anhand der folgenden Karte zeige ich die politischen Veränderung im Bereich Thailands.

Um 300 v. Chr.
Um 200 v. Chr.
Um 600 n. Chr.
Um 800 n. Chr.

ca 7000 v.Chr.

man findet steinzeitliche Siedlungsspuren aus dieser Zeit

ca. 4000 – 2500 v. Chr.

Prähistorische Siedler im Nordosten Thailands entwickeln Töpferei, Reisanbau und die Bronzeherstellung. Die Ban Chiang Kultur (um ca 3.000 v. Chr. bis ca 200 n.Chr.) ist damit die wahrscheinlich älteste Bronzezeit-Kultur der Welt

ca 3500 v.Chr.

In der Banyan-Tal-Höhle gibt es erste Reisspreu-Lager

ab 800 v.Chr.

Einwanderung von Völkern der Mon und Khmer

468 v.Chr.

König Kalavarnadis von Taksila gründet Lopburi (früher „Lavo“ genannt)

300 v.Chr.

Das Suvarabhumi-Reich existiert unter indischem Kultureinfluss

ab ca 250 v.Chr.

buddhistische und hinduistische Missionierung im Gebiet der Thai

221-265 n.Chr.

Während der Epoche der “Drei Königreiche” leben die Thais in Südchina

6. Jh. n.Chr.

In Mittelthailand (Lopburi) entsteht das Mon-Reich der Dvaravati. Um 649 wurde das Nan Chao Reich gegründet.

730 n.Chr.

Das Reich Muang Thäng (jetzt Dien Bien Phu) entsteht unter Khun Borom. Dieser sendet seinen Sohn Khun Lo aus, die Khas aus Luang Prabang zu vertreiben und gründet dann das Königreich Luang Prabang, damals Chien-Tong genannt.

855 n. Chr.

Ca. 855 (westl. Zeit) gründete ein Prinz Phrom die Stadt Fang die auch Swankalok genannt wurde im Becken des Mae Nam Chao Phrya. Das war zur Zeit des Nan Chao Reiches, welches ca. 650 gegründet wurde. Die ganze Zeit wanderten in Fang ein paar Menschen aus Nan Chao ein.
Das Königreich Luang Prabang besetzte Hanoi und vertrieb den chinesischen Gouverneur. Das Nan Chao Reich bestand bis 1252.

8. Jahrh. n. Chr.

In Nordthailand entsteht das Monreich Haripunjaya

6. bis 13. Jahrh.

Die Epoche der Dvaravati

Das Volk der Mon beherrschte Teile von Burma sowie das westliche Thailand bis nach Zentralthailand.

Die Stadtstaaten der Dvaravati-Kultur breiten sich in Zentralthailand aus. Sie übernehmen und praktizieren den Theravada-Buddhismus und übernehmen auch die Kultur der Mon. Ihre Blütezeit erleben sie im 6. bis 9. Jahrhundert, aber über die Zeit ist nur wenig bekannt.

Das Zentrum dieser buddhistischen Kultur war vermutlich Nakhon Pathom, von wo aus Handelsrouten nach Burma, Kambodscha, Chiang Mai und Laos führten. Dies belegen dort gefundene Buddha-Darstellungen, Tempel und Steininschriften in der Sprache der Mon, die eindeutig der Dvaravati-Kultur zuzuordnen sind.

Die Dvaravati-Kultur war nur eine von vielen Kulturen, die hauptsächlich von Indien beeinflusst waren. Für die Wissenschaft ist sie aber einzigartig, denn sie hat einen Kunstschatz und ein Netz von Handelsstraßen hinterlassen, das die zentrale Basis des modernen thailändischen Staates werden sollte.

9. bis 12. Jahrh.

Die Epoche der Khmer

Das Königreich der Khmer war ein großes und starkes Reich in Südostasiens. Dieses Königreich, das für seine ausgefallene Architektur und Bildhauerei bekannt ist, hatte einen prägenden Einfluss auf die Kunst und Religion in dieser Region. Das im 9. Jh. begründete Khmer-Reich errichtete seine Hauptstadt in Angkor, von wo es bis in das heutige Zentrum und den Nordosten Thailands vordrang.

Die Khmer dehnen von Angkor, der Hauptstadt des Khmer-Reiches, ihre Herrschaft nach Thailand aus und errichten dort zunächst hinduistische Heiligtümer, später auch buddhistische Bauten.

Steinreliefs in Angkor belegen, dass Tais als Söldner in den Truppen der Khmer dienten, von den Khmer werden diese als “Syam” bezeichnet.

Rund um Tempel im Stil von Angkor (Phi Mai, Phanom Rung) errichtete es Verwaltungszentren und verband sie über Straßen mit ihrer Hauptstadt.

Die großen Bauprojekte der Khmer brachten ihre Macht im Grenzgebiet zum Ausdruck und sind beeindruckende Zeugnisse der fortschrittlichsten Techniken der damaligen Zeit. So ist diese Ära der thailändischen Geschichte stark von Elementen der Khmer-Kultur geprägt, z.B. dem Hinduismus, Brahmanismus, Theravada- und Mahayana-Buddhismus.