Übersicht über die Provinzen im Nordosten

  1. Nong Khai
  2. Nakhon Phanom
  3. Sakon Nakhon
  4. Udon Thani
  5. Nong Bua Lamphu
  6. Loei
  7. Mukdahan
  8. Kalasin
  9. Khon Kaen
  10. Chaiyaphum
  11. Amnat Charoen
  12. Yasothon
  13. Roi Et
  14. Maha Sarakham
  15. Ubon Ratchathani
  16. Si Sa Ket (Si Saket)
  17. Surin
  18. Buriram
  19. Nakhon Ratchasima (Korat)
  20. Bueng Kan

Über den Nordosten – Isaan, der Landesteil der Reisbauern

Der Nordosten ist das Gebiet, das von den anderen Thais „Isaan“ genannt wird und an dem Thailand schon von jeher chronisch leidet. Ein Gebiet, in dem Natur und zivilisatorische Verwahrlosung gemeinsam den Menschen das Leben schwermachen. Gibt es zumindest während der Regenzeit in den anderen Landesteilen genügend Wasser, läßt der Monsun hier lange auf sich warten, wenn er überhaupt kommt. Es gibt Landstriche, in denen es jahrelang nicht regnet. Die bäuerliche Bevölkerung leidet schwer darunter, manche Bauern sind hoch verschuldet oder mußten ihr Land verkaufen und „durften“ es anschließend als Pächter bebauen. Doch wenn auch dann die Erträge nicht für die Pacht reichten, mußten sie aufgeben. Viele von ihnen gingen nach Bangkok, versuchten dort ihr Glück und fanden nur Not und Elend. Die Bewohner des Nordostens stammen häufig aus Laos und haben den ihrem Volk eigentümlichen Zug sanfter Duldsamkeit angesichts aller Widrigkeiten beibehalten. Gerade bei ihnen werden Sie Gastfreundschaft und Liebenswürdigkeit mehr als anderswo im Lande antreffen.

Die Nordostregion ist in vielerlei Hinsicht interessant. Hier wurden die alten thailändischen Bräuche besser erhalten als irgendwo sonst im Land. Es gibt eine Fülle historisch und architektonisch interessanter Bauwerke im Nordosten, von denen in letzter Zeit viele ausgegraben oder restauriert werden. Der Ausdruck Isaan leitet sich von der Sanskritbezeichnung für das Mon-Khmer-Königreich Isna ab, das in diesem Gebiet seine Blütezeit hatte. Die Kultur und Sprache im Isaan ist durch eine Mischung aus laotischen und Khmer-Einflüssen geprägt. Die Khmer haben bei Surin, Khorat, Buriram und anderen Städten verschiedene Baudenkmäler hinterlassen.

Die Küche der Region, Ahaan Isaan genannt, ist bekannt für ihre scharfen Gewürze. Die bekanntesten Gerichte sind Khai Yang, gewürztes Brathähnchen,

und Som Dam, ein scharf gewürztes Gemüse aus geraspelten unreifen Papaya oder Mango, Knoblauch, Zitronensaft, Fischsoße (Nam Phla) und frischen Chilibohnen, alles zusammen mit Klebereis (Khao Neo) gegessen. Dabei wird der Klebereis mit der Hand zu Kugeln geformt und dann in Gemüse eingetaucht. Wer hier den Fehler macht, viel zu trinken, wird den scharfen Geschmack so bald nicht los. Lieber trockenen Reis hinterher essen.

Auch die Musik des Nordostens ist in ihrer Folklore-Tradition sehr charakteristisch. Man verwendet Instrumente wie das Khaen, ein Instrument aus Rohr mit zwei langen Reihen von Bambusrohren, das Pong Lang, ein Instrument aus kurzen Holzstäben, das dem Xylophon ähnelt, und das Pin, eine Art dreisaitige Laute. Die beliebteste Liedform ist das Luk Tung, das im Gegensatz zu der ruhigen, klassischen Musik ungewöhnlich rhythmisch ist.

Die beste thailändische Seide kommt aus dem Gebiet zwischen Korat, Khon Khaen und Roi Et, wo sie vielfach in kleinen Hauswebereien hergestellt wird. Bei dem Besuch einer Seidenweberei kann man sowohl etwas über die Herstellung erfahren als auch günstig den Seidenstoff kaufen.

In der Provinz Udon Thani gibt es prähistorische Höhlenmalereien bei Ban Phu, nördlich von Udon Thani, sowie die erst jüngst entdeckte alte Keramik- und Bronzekultur bei Ban Chiang nahe Nong Khai. Diese Kultur stellt möglicherweise die Überreste der ältesten landwirtschaftlichen und bronzeverarbeitenden Gesellschaft der Welt dar, um Jahrhunderte älter als die Anfänge in Mesopotamien und in China. Die Hauptverbindungslinie von Bangkok zur Grenze nach Laos am Mekong River stellen Eisenbahn und die von den Amerikanern als Nachschubweg erbaute Straße („Straße der Freundschaft“), dar. Man kann auch mit dem Flugzeug verschiedene Städte im Nordosten anfliegen (Ubon Ratchathani, Nong Khai, Udon Thani, Khon Khaen, Loei,).

Arbeitsleben auf den Reisefeldern des Isaan