Übersicht über die Provinzen in Nordthailand

  1. Chiang Rai
  2. Chiang Mai
  3. Mae Hong Son
  4. Phayao
  5. Lampang
  6. Lamphun
  7. Tak
  8. Nan
  9. Phrae
  10. Sukhothai
  11. Uttaradit
  12. Phitsanulok
  13. Kamphaeng Phet
  14. Phetchabun
  15. Pichit
  16. Nakhon Sawan
  17. Uthai Thani

Der Norden – in den Ausläufern des Himalaya

Als die Stämme der Bergvölker noch klein an Zahl waren und genügend Platz zur Verfügung stand, konnten sie noch mit dem Wanderfeldbau ihr Auskommen finden. Doch je nach den örtlichen Gegebenheiten und der Bodengüte erschöpft sich die Fruchtbarkeit des Bodens sehr schnell.

Die Bergstämme sind also zu einem Nomadenleben gezwungen, denn wenn sie ohne künstliche Bewässerung und Düngung die zum Leben notwendigen Grundnahrungsmittel erzeugen wollen, müssen sie nach einem sehr kurzen Zeitraum das gerodete Gebiet verlassen und ihr Dorf verlegen. Der Boden im Bergland Nordthailands gewinnt seine Fruchtbarkeit auf natürlichem Wege erst nach frühestens 40 Jahren wieder zurück. Wenn ein Gebiet zu sechs Prozent genutzt wird, dann kann das Dorf im gleichen Gebiet etwa 17 Jahre bestehen bleiben.

Doch schon im Jahre 1966 mußten große Bereiche zu 16 Prozent genutzt werden, da die Bevölkerung stark zugenommen hatte. 1973 waren die Ernährungsverhältnisse katastrophal. So ist es kein Wunder, daß man nach anderen Lösungen suchte, um das Einkommen und Überleben sicherzustellen. 1975 stellten Trockenreis- und Mohnanbau die Haupteinnahmequellen der Bergbevölkerung dar.

Der Mohnanbau, erst 1920 in Thailand eingeführt, führte zu einem raschen Ansteigen des Einkommens, aufgrund der noch stärkeren Beanspruchung des Bodens aber auch zu einer noch rascheren Verlegung der Dörfer. Mit dem zusätzlich immer mehr aufkommenden Brandrodungsbau bestand und besteht die Gefahr der Verödung weiter Teile des Berglandes

1969 startete König Bhumipol ein Projekt der „Ernte-Substitution“, das 1988 den mit 30 000 US$ dotierten Magsaysay-Preis erhalten hat. An den Bergvölkern scheint Thailand chronisch zu leiden. Eine der Minoritäten ist das Volk der Meo. Dies ist eine Fremdbezeichnung für einen der größeren Volksstämme mongolischer Abstammung, dessen Zahl in Thailand fast 63 000 Menschen ausmacht. Sie selbst nennen sich Hmong. Der größte Teil der Meo lebt noch heute in China, sie gehören wie die Yao zu einem eigenständigen Zweig der sinotibetischen Sprachfamilie.
Schon vor 3000 Jahren siedelten die Meo in Nordchina. Durch die Versuche der Chinesen, die unabhängigen Stämme zu unterwerfen, wurden diese immer weiter nach Süden getrieben, wo sie sich in Laos und später in Nordthaitand festsetzten. Inzwischen haben sie sich am weitesten von allen Bargvölkern in Nordthailand ausgebreitet, nämlich bis in die Provinzen Tak und Petchabun.

Sie haben sich auf den Anbau von Mohn und die Produktion von Opium spezialisiert, zuerst auf chinesischem Gebiet, später, als dort 1950 per Dekret der Anbau und der Gebrauch von Opium verboten wurden, auch in den Gebieten von Laos und Thailand. Für den Reisenden, der sich nicht unbedingt mit diesen Problemen auseinandersetzen muß, bietet der Norden Thailands eine abwechslungsreiche Landschaft, einen Kontrast zwischen saftig-grünen Tälern und dichtem Dschungel, von Bergen bis zu 2590 Metern Höhe (Doi Inthanon), Flüssen und weiten Reisfeldern. Hier im Norden wohnen mehr als 90 Prozent der Bevölkerung auf dem Land, hier scheint das Sozialgefüge der thailändischen Bevölkerung noch in Ordnung (doch mit eben den vorgenannten Problemen).

Zu erreichen sind die Städte des Nordens mit dem Flugzeug, der Eisenbahn oder auf der Nationalstraße Nr. 1.

Die bewaldeten Berge in Nordthailand