Ich hatte ja bereits geschrieben, dass ich möglichst viele Tempel (Wat) in Korat fotografieren möchte, denn ich will eine Fotodokumentation anlegen auf einer speziellen Homepage über Korat. Heute, also am Donnerstag, 19.7.2012, verfüge ich über Fotos von 29 Wat im Amphoe Nai Mueang, also im direkten Stadtbereich von Korat. Und Pat fragt mich doch tatsächlich, ob ich Wat soundso schon kenne, das ich eben noch nicht kenne. Sie überrascht mich jetzt schon zum zweiten Mal, denn gestern hat sie mir verraten, dass in ihrer früheren Schule, nur wenige hundert Meter von meinem Haus entfernt, ein grosses Schwimmbad besteht, das für die Öffentlichkeit zugänglich ist. Ich laufe da jeden Tag auf dem Weg zum Song Thaew Soi 2 vorbei, wusste, dass es ein Schwimmbad ist, hielt es aber nicht für mich zugänglich. Liebe Pat, hier wäre ich dann doch des öfteren Baden gegangen, hatte ich es nur gewusst. Also beim (hoffentlich gegebenen) nächsten Mal werde ich es sicher tun.

Nach der überraschend angekündigten eintägigen Vorverschiebung der Fahrt nach Bangkok werde ich jetzt auch nicht mehr noch ein Wat fotografieren. Oder vielleicht noch morgen vormittag, aber da will ich mich noch mit Werner Schick in der Stadt treffen. Am Sonntag habe ich ja noch das Auto. Ich fahre also am Vormittag ein wenig durch Mueang Korat, entdecke dabei 6 Tempel, die ich noch nicht fotografiert hatte. Hunde waren kaum anzutreffen, so dass ich auch keine Probleme hatte. Allerdings sind die Bot meistens abgeschlossen, und der Zeitaufwand, den Abt nach dem Schlüssel zu fragen plus einem Mönch, der auch die Schlüssel zum Aufschliessen anwendet, ist mir dann doch zu aufwändig, und ich fotografiere nur die zugänglichen Gebäude wie den jeweiligen Viharn, also die Versammlungshalle für alle. Denkt jetzt nicht, dass ich einem Budhismustempelwahn verfallen bin, es ist hauptsächlich das Interesse an den Baulichkeiten, aber auch das stete Staunen über die überaus grosse Vielfalt der Bauweisen und die herrlichen feinen Stuckarbeiten. Eine überaus grosse Pracht, die mich immer wieder aufs Neue fasziniert. Und wie das alles finanziert wird, wissen wir ja alle durch unsere gelegentlichen Tambuns im Namen und auf zarten Druck unserer Frauen.

In einem Tempel an der Pferderennbahn denke ich zunächst, dass Pferde im Tempel gehalten werden. Aber sie werden nur über das Tempelgelände zum nahen See geführt, wo sie dann ausgiebig schwimmen, Pferde und Pferdeführer. Und ein meiner Meinung nach wohliges Schnauben (der Pferde) gibt davon eindrucksvoll Kenntnis.

Am Dienstag morgen werde ich dann endlich wieder die vielen angesammelten Plastikflaschen los. Ich sehe, dass der Flaschensammler wieder da ist und kriege immerhin 10 Baht für das Kilo leerer Flaschen, und noch 130 Baht nach Verhandlung für einen defekten Fernseher. Das nur zum Recycling in Thailand. Den Erlös gehe ich abends verprassen.

Ja, und gestern abend war ich wieder in der Stadt, um noch Nachtaufnahmen von Ya Moo zu machen, die mir auch ganz gut gelingen. Ich habe mir extra für diese Aufnahmen ein Stativ aus Deutschland mitgebracht, es aber auch zu anderen Gelegenheiten verwendet. Dabei erfahren wir, dass es mitten in der Stadt einen Brand gegeben hat. Ein Kaufhaus, in welchem ich Tage zuvor noch ein T-Shirt von der Deutschen Fussballnationalmannschaft gekauft hatte, ist mittags abgebrannt. Das Trikot hat sich Mo zum Geburtstag gewünscht, und ich hatte zunächst keine Hoffnung, so etwas in Korat kaufen zu können. Jetzt gilt das aber wohl, zumindest bis zur Wiederherstellung des Ladens, der wirklich sehr gut sortiert war. Die Verkäuferin hatte mir auch Trikots verschiedener deutscher Vereinsmannschaften angeboten. Und Nang und ihre Tochter Pat bringen mir dann noch bei, dass sie Hunger auf Steak haben. Thais und Hunger, da muss sofort etwas passieren wegen der drohenden Ohnmacht. Ich habe bei meiner Fahrt zu den Wat ein europäisches Restaurant gesehen in der Nähe des Sima Hotels, und da fahren wir jetzt hin. Und tatsächlich gibt es zarte Steaks mit guten Beilagen, drei Steaks mit Salat und je einem Getränk für zusammen 470 Baht. Kann man nicht meckern, und meine Thais sind zufrieden und satt und gerettet vor einem möglicherweise drohenden körperlichen Verfall.

Heute morgen habe ich dann als gründlicher Deutscher noch Fotos von der Brandstelle gemacht. Gute Nacht, nach der dritten Dose Bier werde ich sicher ganz gut schlafen. Es ist jetzt 20:54 Uhr und das Thermometer zeigt 29,8 Grad an, also noch kein Anlass, den Ventilator zu starten. Aber die vierte Dose Leo ist wohl nicht dicht, denn auch sie ist fast leer. Gute Nacht. Jetzt isse leer. Ich führe übrigens täglich ein handschriftliches Tagebuch, wo ich auch die Temparaturen notiere. Zur Frühstückszeit, meisten so um 7 Uhr, habe ich fast immer zwischen 26 und 27 Grad C, abends nach dem Abendessen so um 20 Uhr schwankt die Temparatur zwischen 28 und 31 Grad je nach Tageshitze. Mittags bin ich kaum zuhause, aber ich habe doch dreimal die Temparatur mittags in der Sonne mit mehr als 44 Grad C gemessen. Da habe selbst ich Zuflucht gesucht im klimatisierten Schlafzimmer. Oh Mann, fünf Dosen Leo. Ob ich die sechste auch noch schaffe? Ich werde es ganz bestimmt NICHT verraten, aber gleich noch meinen Blutzucker messen und heute vermutlich keinen Film mehr anschauen.

 Wat Pranarai
 Wat Sutthahinda
 Wat Phra Salawan
Pferdebad
Ya Mo bei Nacht