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Auswirkungen der COVID-19 Pandemie

Da dieses Wiki eine Veröffentlichung auf Dauer sein soll, sind aktuelle Auswirkungen von Beschränkungen aufgrund der Pandemie nicht berücksichgt. Diese ändern sich auch ständig und kurzfristig. Aber das Geschehen wird ganz sicher jeder auch selbst aktuell verfolgen. Hier gilt also der Idealzustand Normalität. Wer sich aktuell informieren möchte, kann das in diesem Thread des Korat-Forums tun.

Das Tor zum Isaan - Provinz Nakhon Ratchasima

Nakhon Ratchasima oder, wie ich es ab hier nennen werde Korat, ist eine große Provinz auf dem Nordost-Plateau und wirkt als Gateway (Tor zum Nordosten) zu den anderen Provinzen des Isaan, wie die gesamte Region Nordosten genannt wird. Die Provinz Nakhon Ratchasima umfasst eine Fläche von 20.494 qkm und ist damit die größte thailändische Provinz, mit 2.492.300 Einwohnern (2017) ist sie nach Bangkok auch die zweitbevölkerungsreichste. Sie hat seit 1994 den Verwaltungsstatus einer „Großstadt-Kommune“ (Thesaban Nakhon).

Korat ist reich an Khmer Kultur mit einer langen Geschichte. Man trifft dort auch auf eine reichhaltige und abwechslungsreiche Naturlandschaft mit Wäldern, Bergen, Wasserfällen und Seen, z.B. im Khao Yai Nationalpark und den angrenzenden Gebieten. Und typisch Isaan sind die unzähligen weiten Reisfelder, die zu den seltenen Zeiten des Regens in hellem Grün leuchten.

Ich werde hier versuchen, Korat in vielen Facetten darzustellen, ist es doch unsere Heimatprovinz mit „unserer“ Stadt Nakhon Ratchasima oder Korat, und ich habe auch im Jahr 2016 wieder 4 Wochen dort verbracht. Leider kann ich nicht so viel Zeit hier verbringen, wie ich gerne möchte, aber das ist wieder eine andere Geschichte.

Übrigens ist das keine Vermengung von Namen, wenn "Korat" zwei Mal auftaucht, denn jede Provinz trägt den Namen ihrer Hauptstadt – oder umgekehrt.

Wirtschaft und Verkehr

Hauptbahnhof

Korat ist die größte und wohl wichtigste Stadt des Isaan, der strukturschwächsten Region Thailands. Heute leben etwa 10 % der Bevölkerung des Isaan in der Provinz Nakhon Ratchasima. Hierunter fallen auch viele ehemalige Flüchtlinge und Einwanderer aus Laos und Kambodscha. Ein wichtiger Wirtschaftszweig ist die Seidenproduktion.

Nakhon Ratchasima ist ein wichtiger Knotenpunkt im Netz der Thailändischen Staatsbahn. Im Bahnhof Korat treffen die Nordostbahn aus Bangkok, die Bahnstrecke aus Laos und die Bahnstrecke nach Ubon Ratchathani aufeinander. Die Bahnstrecke Bangkok–Nakhon Ratchasima („Korat-Bahn“) wurde 1892–1900 als erste Fernbahnstrecke des damaligen Siam erbaut. Daran waren die deutschen Ingenieure Karl Bethge und Luis Weiler maßgeblich beteiligt.

Es ist nicht uninteressant, einmal die Geschichte der thailändischen Eisenbahn nachzulesen.

Nachbarprovinzen

Die Nachbarprovinzen sind:

im Norden: Chaiyaphum und Khon Kaen
im Süden: Nakhon Nayok, Sa Kheo und Prachin Buri
im Osten: Buri Ram
im Westen: Chaiyaphum und Saraburi

Gliederung

Die Provinz Nakhon Ratchasima ist in 32 Distrikte (Amphoe) aufgeteilt. Diese wiederum sind in 293 Unterbezirke oder Gemeinden (Tambon=Unterdistrikt) und diese weiter in 3423 Dorfgemeinschaften (Ban) unterteilt. Nakhon Ratchasima ist die Provinz mit den meisten Bezirken. Hinter den Amphoes steht die Entfernung in km von der Stadt Korat zum jeweiligen Sitz des Amphoe.


Die Amphoe

Amphoe (Landkreise) Entfernung Amphoe (Landkreise) Entfernung
  1. Amphoe Mueang Nakhon Ratchasima
  2. Amphoe Khon Buri
  3. Amphoe Soeng Sang
  4. Amphoe Khong
  5. Amphoe Ban Lueam
  6. Amphoe Chakkarat
  7. Amphoe Chok Chai
  8. Amphoe Dan Khun Thot
  9. Amphoe Non Thai
  10. Amphoe Non Sung
  11. Amphoe Kham Sakaesaeng
  12. Amphoe Bua Yai
  13. Amphoe Prathai
  14. Amphoe Pak Thong Chai
  15. Amphoe Phi Mai
  16. Amphoe Huai Thalaeng
0
62
93
78
96
46
33
63
29
36
56
100
97
35
60
69
  1. Amphoe Chum Phuang
  2. Amphoe Sung Noen
  3. Amphoe Kham Thale So
  4. Amphoe Si Khio
  5. Amphoe Pak Chong
  6. Amphoe Nong Bun Mak
  7. Amphoe Kaeng Sanam Nang
  8. Amphoe Non Daeng
  9. Amphoe Wang Nam Khiao
  10. Amphoe Thepharak
  11. Amphoe Mueang Yang
  12. Amphoe Phra Thong Kham
  13. Amphoe Lam Thamenchai
  14. Amphoe Bua Lai
  15. Amphoe Sida
  16. Amphoe Chaloem Phra Kiat
97
36
22
48
91
57
115
73
75
94
143
45
116
103
85
24
Korat Amphoe.jpg

Lokale Verwaltung

Für die ganze Provinz besteht eine Provinz-Verwaltungsorganisation, Ongkan Borihan Suan Changwat; englisch Provincial Administrative Organization, PAO).

In der Provinz gibt es des Weiteren 90 Kommunen (Thesaban), darunter die Provinzhauptstadt mit ca 2,5 Mio Einwohnern, vier Städte (Mueang): Pak Chong, Bua Yai, Mueang Pak und Si Khio sowie 85 „Kleinstädte“. Im Übrigen gibt es 243 Tambon-Verwaltungsorganisationen für die ländlichen Gebiete, die zu keiner Kommune gehören.

Geschichte

Ur- und Frühgeschichte

Die ältesten bedeutenden archäologischen Fundstätten in der Provinz befinden sich Ban Lum Khao und Ban Prasat (Amphoe Non Sung). Dort wurden Gräber, Tongefäße und Bronzeartefakte aus dem 1. Jahrtausend v. Chr. ausgegraben. In Ban Tam Yae (Amphoe Phimai) wurden darüber hinaus früheste Hinweise auf die Verarbeitung von Eisen entdeckt. Die Überreste einer mit einem Wassergraben umgebenen Stadt aus dem 7. Jahrhundert befinden sich in Mueang Sema (Amphoe Sung Noen). Sie existierte parallel zur Dvaravati-Kultur Zentralthailands, war aber selbst kein Teil davon, sondern gehörte vermutlich zum indisierten Königreich Śri Canāśa, vielleicht war sie sogar dessen Hauptstadt Cānāśapura.

Khmer-Periode

Prasat Hin Phi Mai

Etwa vom 10. bis 14. Jahrhundert gehörte das Gebiet der Provinz Nakhon Ratchasima dann zum Einflussbereich des Khmer-Reichs von Angkor. Das Königreich der Khmer war ein großes und starkes Reich in Südostasiens. Dieses Königreich, das für seine ausgefallene Architektur und Bildhauerei bekannt ist, hatte einen prägenden Einfluss auf die Kunst und Religion in dieser Region. Das im 9. Jh. begründete Khmer-Reich errichtete seine Hauptstadt in Angkor, von wo es bis in das heutige Zentrum und den Nordosten Thailands vordrang.

Phimai (Amphoe Phimai) war eines der wichtigsten Zentren dieses Reiches, die Überreste dieser Stadt, insbesondere der Haupttempel Prasat Phi Mai, sind in einem Geschichtspark erhalten. Weitere Denkmäler dieser Epoche sind die hinduistische Tempelanlage Prasat Hin Phanom Wan (Amphoe Mueang) sowie die dicht beieinander gelegenen Tempelruinen Prasat Mueang Khaek und Prasat Non Ku (Amphoe Sung Noen), die zur historischen Stadt Gorakhapura (> Ancient Town) gehört haben könnten.


Ab 17. Jahrhundert

Monument der Thao Suranaree (Ya Mo)

Um 1630 wurde die Stadt von der Khmer-Armee eingenommen und ihre Bevölkerung nach Kambodscha verschleppt. Unter König Narai wurden in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts die Befestigungen des Landes aufgebaut, so auch in Nakhon Ratchasima. Nachdem König Phetracha 1688 den Thron von Narai usurpiert hatte, weigerte sich der Gouverneur der Stadt, jenen anzuerkennen. Phetrachas Truppen brauchten drei Jahre, um Nakhon Rachasima zu unterwerfen. Von 1698 bis 1700 war die Stadt Zentrum einer erneuten Rebellion unter Führung eines Mönches, der behauptete, der Bruder Narais zu sein.

1826 rückten die Truppen des sich gegen die siamesische Oberherrschaft auflehnenden Königs Anuvong von Vientiane bis nach Korat vor. Dort konnte ihr Vormarsch gestoppt werden. Nach einer in Thailand verbreiteten Darstellung gelang dies aufgrund maßgeblicher Beteiligung von Thao Suranari, der Gattin des damaligen Gouverneurs von Nakhon Ratchasima. Sie ist heute die Lokalheldin der Stadt und wird hier wie eine Heilige verehrt. 1934 wurde ein Denkmal für sie errichtet, das als Wahrzeichen der Stadt gilt.

Das Denkmal wurde von der Regierung vermutlich auch zur Sicherung der Loyalität der Bevölkerung von Korat errichtet. Ein Jahr nach dem Ende der absoluten Monarchie 1932 war Korat nämlich Ausgangspunkt einer royalistischen Gegenrevolte unter Prinz Boworadet. Die Regierung konnte diese niederschlagen.

Der Luftwaffenstützpunkt diente während des Vietnamkrieges von 1964 bis 1975 der US Air Force als Basis für Einsätze gegen Nord-Vietnam und Kambodscha. Hier gab es auch ein Rundfunkstudio von AFTN.

Nach dem Putsch von Offizieren der thailändischen „Jungtürken“ im April 1981 organisierten Ministerpräsident Prem Tinsulanonda und General Arthit Kamlang-ek von hier aus dessen Niederschlagung. Auch König Bhumibol Adulyadej und seine Familie hielten sich in dieser Zeit in Korat auf.




Diese Wiki ist die Ergänzung zu meiner Thailand-Site. Ich hoffe, dass ich dieses Wiki noch erweitern kann, vielleicht mit Hilfe und Unterstützung weiterer Liebhaber von Nakhon Ratchasima.

Wer sich intensiv mit der Provinz und/oder der Stadt befassen möchte, kann in diesem Forum eine aktive Gemeinde antreffen und viele interessante Tipps nicht nur zu Korat erhalten.

Diese Seite wurde erstellt von Kurt Singer