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Siddhattha Gautamas Aufbruch

Bei seinem nächsten Ausflug in die Alltagswelt begegnete Siddhattha einem Asketen. Die Asketen waren damals ausnahmslos Männer, und diese wurden auch als Samanas bezeichnet. Es handelte sich dabei um wandernde Pilger auf der Suche nach einem Weg der Befreiung aus der scheinbaren Sinnlosigkeit des Lebens. Diese Begegnung war ausschlaggebend für die Art des Beginns seiner Suche nach der Erleuchtung, denn genau so sah dabei seine erste Zeit aus.

In einer offenbar ganz spontanen Eingebung beschloss Siddhattha Gotama plötzlich seine Familie und seinen Reichtum zu verlassen, fortzuziehen und ein „Asket in der Wüste“ zu werden. So schlich er eines Nachts in das Zimmer seiner schlafenden Gemahlin und blickte zum letzten Mal auf sie und seinen Sohn. Als er das Schlafgemach betrat, brannte dort eine Lampe mit wohlriechendem Öl und das Bett war mit duftenden Jasminblüten und anderen Blumen geschmückt. Die Hand seiner Frau lag im Schlaf auf dem Haupte von Rāhula, ihrem gemeinsamen Sohn.

Während Siddhattha noch mit dem Fuß auf der Schwelle der Tür stand, überkam ihn der Gedanke, die Hand seines Weibes zur Seite zu schieben und seinen Sohn mitzunehmen. Doch der Umstand, dass sie dabei erwachen würde, ließ ihn von dieser Idee wieder absehen. Mit dem tröstenden Gedanken später, als Buddha, einmal wiederzukehren um seinen Sohn zu sehen verließ er schließlich alleine den Palast und ging in die Welt hinaus.