01523-417 99 51 buddhismus@kurt-singer.de

Vor der Geburt des Siddhattha Gautama

Zehn Monate lang trug Königin Maya den Bodhisatta wie Öl in einer Schale. Als die Zeit der Niederkunft gekommen war, machte sie sich auf nach Devadaha, der Stadt, in der ihre Verwandten lebten. Suddhodana war damit einverstanden und ließ den ganzen Weg vor ihrer Abreise mit Blumen, Fahnen und Bannern schmücken. Bei der Abreise saß die Königin in einem goldenen Tragsessel, den 1.000 Höflinge trugen. Außerdem hatte sie noch ein großes Gefolge – so die Legende.

Zwischen Kapilavatthu und Devadaha lag ein Lusthain von Salbäumen, der Lumbini-Hain genannt wurde und den Bewohnern beider Städte gleichermaßen gehörte. „Zu jener Zeit waren die Bäume von den Wurzeln bis zu den Astspitzen mit Blumen übersät.“ Als die Königin diesen wunderschön anzublicken Hain sah, kam in ihr der Wunsch auf, sich im Haine zu ergehen. Sie stieg von ihrem Tragsessel, schritt auf einen der Salbäume zu und streckte ihre Hand nach einem der Äste aus.

Die Geburt des Siddhattha Gautama

Der Ast neigte sich Maya wie die Spitze eines biegsamen Bambusrohres entgegen, so dass sie ihn ergreifen konnte. Just in diesem Augenblick wurde sie von den Geburtswehen geschüttelt. Die Menschen aus ihrem Gefolge richteten einen Vorhang für sie her und zogen sich zurück. Noch stehend und den Ast in Händen haltend gebar sie.
Während andere Wesen bei der Geburt mit unreiner Materie behaftet sind, war dies bei dem Bodhisatta nicht so – berichtet das Jakata über Buddhas Geburt. Der Bodhisatta trat aus seiner Mutter „wie ein Prediger der Lehre, der vom Lehrstuhl hinabsteigt“. Unbefleckt von jeglicher Unreinheit und leuchtend wie ein Juwel auf einem Gewebe von Benares.

Bei der Geburt des Buddha erschien ein großes Licht am Himmel und die Götter neigten sich aus den Wolken, um ihm zur Seite zu stehen. Außerdem heißt es, dass die Zeit der Geburt des Buddha von einem Sternenregen begleitet war.
Doch das seltsame Himmelslicht war nicht die einzige Merkwürdigkeit, die sich bei der Geburt des Buddha ereignete: Die Tauben begannen zu hören, die Stummen zu sprechen und die Lahmen konnten wieder gehen.