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Was ist Askese?

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Askese, gelegentlich auch Aszese, bezeichnete ursprünglich die mit der Zugehörigkeit zu einer philosophischen Schule oder einem religiösen Kult verbundenen praktischen Handlungen, dabei insbesondere spirituelle Übungen (Konzentration und Meditation).

Allgemein und weltanschaulich neutral versteht man unter Askese den Verzicht auf sinnliche Genüsse und Vergnügungen zugunsten der Erreichung eines als höherwertig oder innerlich befriedigender erachteten Ziels. In einem engeren Sinn versteht man darunter die religiös oder weltanschaulich motivierte Enthaltsamkeit, insbesondere den Verzicht auf Genuss von Rauschmitteln (Abstinenz), das Fasten und die sexuelle Enthaltsamkeit.

Zu unterscheiden ist ferner zwischen individueller und kollektiver Askese. Ein Beispiel für letztere ist im Islam das Fasten während des Ramadans. Die individuelle Askese basiert hingegen auf einer freien Entscheidung und ist eine besondere Leistung – ein Asket verzichtet, aber er dürfte, wenn er wollte.

Askese im Bereich der Sexualität hat das Ideal absoluter Keuschheit. Im Gegensatz dazu steht die Libertinage, die das Ideal der freien Liebe propagiert.
Der Asket als Außenseiter

Nach Ansicht des Schriftstellers Octavio Paz beinhaltet Askese immer den Verzicht auf etwas, das von einer gesellschaftlichen Mehrheit für normal gehalten wird. Wie der Libertin gehöre der Asket daher immer zu einer sozialen Minderheit.

Demgemäß ist der Verzicht auf Dinge, die in einer bestimmten Kultur als unrein oder unerlaubt gelten oder nicht vorhanden sind, keine Askese, so beispielsweise Schweinefleisch in Israel und Alkohol in Saudi-Arabien. Sexuelle Enthaltsamkeit als Folge einer unbewussten Sublimierung fällt ebenso nicht unter diesen individuumszentrierten Begriff der Askese.

Der Buddha in Askese
Statue aus Wat Burapapiram in Roi Et