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Die Erleuchtung

Eines Tages, nachdem er wieder zu Kräften gekommen war, näherte er sich einem lieblichen Flecken in Uruvela am Ufer des Flusses Nerajara. Er bereitete sich einen Sitz : aus Stroh unter einem Asvattha-Baum (den man später Bodhi-Baum nannte), setzte sich mit gekreuzten Beinen; ‚.., nieder und beschloß, sich nicht mehr von diesem Sitz zu erheben, bevor er sein Ziel erreicht hätte. In der Abenddämmerung begab er sich in tiefe innere Sammlung, bis sein Denken völlig ruhig und einspitzig war. Dann, in der ersten Nachtwache, – so steht es zu lesen – richtete er seine Konzentration auf seine früheren Leben. Schrittweise, bis in vergangene Äonen, entfalteten sie sich vor seinem inneren Auge und er sah die Erfahrungen die er darin machte.
Die Erleuchtung. Wandmalerei im Wat Nong Bua Rong in Korat
Während der zweiten Nachtwache entwickelte er das „göttliche Auge“, er sah wie die Wesen nach ihrem Tode, ihrem Wirken (Karma) entsprechend, wiedergeboren werden; und in der letzten Nachtwache durchdrang er die tiefsten Wahrheiten der Existenz, die grundlegendsten Gesetze des Daseins, wodurch er die subtilsten, feinsten Schleier der Unwissenheit von seinem Geist entfernte. Als der Morgen dämmerte, war die unter dem Baum sitzende Gestalt nicht mehr ein Bodhisatta, ein um Erwachung Ringender, sondern ein Buddha, ein vollkommen Erwachter, einer, der noch zu Lebzeiten das Todlose erlangt hatte.